Razzia bei Bandidos in Bochum und Herne - Polizei stellt Waffen sicher

Mit einem Spezialfahrzeug fuhr das Sondereinsatzkommando vor dem Clubheim der Bandidos in Bochum-Laer vor. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Mit einem Spezialfahrzeug fuhr das Sondereinsatzkommando vor dem Clubheim der Bandidos in Bochum-Laer vor. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool

Bochum/Herne.. Bei einer Großrazzia unter Leitung der Polizei Mönchengladbach wurden am Freitagabend im Clubheim der Bochumer Bandidos elektronische Speichermedien, ein Totschläger, etwa 20 Stichwaffen sowie eine Pistole sichergestellt. Gegen 20.30 Uhr rückten die zahlreichen Bochumer Einsatzkräfte in der Alten Wittener Straße 28 an, um das Hauptquartier der Bochumer Motorradrocker zu stürmen. Unterstützt wurden sie dabei von einem Sondereinsatzkommando, das mit einem schweren Spezialfahrzeug vor dem Clubheim vorfuhr.

Neben Waffen suchten die Einsatzkräfte bei ihrer Razzia auch gezielt nach Personen, die möglicherweise am 21. Januar dieses Jahres an der Massenschlägerei zwischen Mitgliedern der verfeindeten Motorradclubs Bandidos und Hells Angels beteiligt gewesen sein könnten.

Die Mordkommission "Kutte" ermittelt im Rockermilieu

Bei dieser gewalttätigen Auseinandersetzung in der Mönchengladbacher Altstadt hätten insgesamt über 100 Rocker aus ganz NRW mitgemischt, so Volker Schütte, Sprecher der Bochumer Polizei. Zwei der Beteiligten waren seinerzeit mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden. Aus diesem Grund ermittelt derzeit die Mordkommission „Kutte“, die gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach nicht nur die Razzia in Bochum, sondern zeitgleich auch eine Durchsuchung des Bandidos-Clubheims in Herne veranlasst hat.

Dort fanden die Polizisten ebenfalls Waffen: eine Schreckschusswaffe, ein Springmesser und ein Reizgassprühgerät. Im Billardtisch im Bochumer Club war eine geringe Menge Kokain versteckt.

Es habe keine Festnahmen gegeben, so ein Polizeisprecher der Polizei in Mönchengladbach. Die Polizei müsse nun die Videoaufnahmen von der Massenschlägerei mit verdächtigen Personen abgleichen.

Unabhängig von Funden habe die Razzia aber auch ein wichtiges Zeichen gesetzt, so Sprecher Volker Schütte: „Wir können nicht zulassen, dass es hier solche rechtsfreien Räume gibt.“

Die Polizei beobachtet seit Anfang dieses Jahres verstärkte Auseinandersetzungen unter Rockern in NRW. Die Zahl der örtlichen Vereinigungen hat sich innerhalb der vergangenen sieben Jahre beinahe verdoppelt.

 
 

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