Rat der Stadt Bochum sagt mit großer Mehrheit „Ja“ zum Musikzentrum

Ausstellung Siegermodelle Architekturwettbewerb zum Musikzentrum an der Viktoriastraße/ Marienkirche im Rathaus am Donnerstag, 24.05.2012 Bochum, Hiwer die Details aus dem Siegermodell.
Ausstellung Siegermodelle Architekturwettbewerb zum Musikzentrum an der Viktoriastraße/ Marienkirche im Rathaus am Donnerstag, 24.05.2012 Bochum, Hiwer die Details aus dem Siegermodell.
Foto: WAZ FotoPool
Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt Bochum am Donnerstag den Bau eines Musikzentrums im Viktoriaquartier beschlossen. Das 33-Millionen-Euro-Projekt soll den Bochumer Symphonikern und der Musikschule ein neues Zuhause sein. Im April 2015 soll das Haus fertig sein.

Bochum.. Freude total. Kurz nach 17 Uhr am Donnerstag war es, als sich im Rathaus nahezu zeitgleich zum Auftakt des Musikfestivals „BO total“ Mitglieder der Bochumer Symphoniker in den Armen lagen und feierten. Mit großer Mehrheit hatte der Rat soeben den Bau des Musikzentrums im Viktoriaquartier beschlossen. Im April 2015 soll das 33-Millionen-Euro-Projekt eingeweiht werden.

„It’s done.“ Generalmusikdirektor Steven Sloane musste sich erst den Schweiß von der Stirn wischen, bevor er sich zu dem lang ersehnten Baubeschluss äußern konnte: „Ich bin sehr beruhigt und vor allem dankbar. Ich freue mich für das Orchester, aber auch für die jungen Leute in der Stadt, die zur Musikschule gehen.“

Mehr als 50 Musiker der Bochumer Symphoniker und eine Handvoll Kritiker hatten zuvor fast zwei Stunden lang eine heftige Debatte im Rat verfolgt. Die bekannten Positionen prallten vehement aufeinander.

"Finanzierung ist rechtssicher"

Dieter Fleskes (SPD) ging hart mit seinem Koalitionspartner ins Gericht. Die Grünen lehnen die Verwaltungsvorlage ab, weil sie Auflagen von März 2011 als nicht erfüllt ansehen. „Ich bedauere dieses Verhalten von Kollegen, mit den man lange vertrauensvoll zusammengearbeitet hat, sehr“, sagte Fleskes. Der Bürgerinitiative indes warf er „Verleumdung und Zahlenspielerei“ vor. Das alles diene nur der „Verunglimpfung der politisch Handelnden.“ Die SPD haben keine „Lust am Misslingen“, sondern „Mut zum Gelingen“.

Roland Mitschke (CDU) stimmte zu: „Wir müssten mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn wir diese Chance nicht nutzen.“ Die Große Koalition in Sachen Musikzentrum nutzte der CDU-Politiker zudem, um Rot und Grün weiter zu spalten. „Die Verweigerung, Verantwortung zu übernehmen“ sei „traurige Tradition. Ohne Grüne könnte das Haus längst stehen“.

Für die Verwaltung warben Diane Jägers (CDU) und Michael Townsend (SPD) für den Beschluss. Das benötigte Geld – 14 Mio Spenden, 16,5 Mio Fördermittel und 2,4 Mio von der Stadt – könne abgerufen werden. „Die Finanzierung ist so rechtssicher, wie sie nur rechtssicher sein kann“, sagte die Rechtsdezernentin. „Wir wären unverantwortlich bis zum Geht-nicht-mehr, wenn wir’s jetzt nicht machen“, so der Kulturdezernent.

"Wir werden alle Kritiker überzeugen"

„Fakten kann man nicht wegbeschließen“, verteidigte Wolfgang Cordes die Haltung der Grünen. Man könne nicht nur, um ein Bürgerbegehren zu verhindern, die Tatsachen ignorieren. Es sei weder gesichert, dass der vereinbarte Kostenrahmen gehalten werden könne, noch seien die zugesagten Städtebaufördermittel vor Gericht einklagbar.

SPD, CDU und Freie Bürger ließen sich wie erwartet nicht beeindrucken und beschlossen den Bau des Musikzentrums bei 20 Gegenstimmen von Grünen, Linken, Soziale Liste, UWG, NPD und CDU-Ratsherr Norbert Siewers. Felix Haltt (FDP) enthielt sich seiner Stimme. Als einen „Meilenstein in der jahrelangen Entwicklung“, bezeichnete Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) das Votum.

„Wir freuen uns unglaublich, dass wir gemeinsam mit den vielen Spendern nun etwas Wunderbares für Bochum auf den Weg bringen können“, freute sich Britta Freis von der Stiftung Bochumer Symphonie. „Wir werden alle Kritiker überzeugen.“

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