Rainer Einenkel dankt Herbert Grönemeyer für Solidarität

Die Gesichter der Opel-Beschäftigten nach der Betriebsversammlung vom  21. Mai sprechen eine ganz eigene Sprache.
Die Gesichter der Opel-Beschäftigten nach der Betriebsversammlung vom 21. Mai sprechen eine ganz eigene Sprache.
Foto: WAZ FotoPool

Bochum.. In einem persönlich gehaltenen Brief dankt der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes, Rainer Einenkel, Herbert Grönemeyer für seine Solidarität mit den Beschäftigten des Autobauers. Einenkel wörtlich:

„Lieber Herbert Grönemeyer, mit großem Beifall hat die Bochumer Opelbelegschaft Deine Grußworte während der Belegschaftsversammlung entgegengenommen. Viele Beschäftigte von Opel waren bei Deinem Konzert im Stadion und waren begeistert und stolz, als die Bochum-Hymne während des Konzerts der Opelbelegschaft gewidmet wurde.

Einenkel betont die enge Verbundenheit der Opelaner zur Marke Opel: „Sie hängen mit dem Herzen und ihrer wirtschaftlichen Existenz an diesem Werk.“ Auch in seinem Brief wiederholt er die – wohl auch an die Adresse der GM-Verantwortlichen in Detroit gerichtete – eindringliche Mahnung, dass eine Schließung des Bochumer Werkes auch die Marke Opel nachhaltig schädigen würde. Doch die Beschäftigten würden ein Aus nicht zulassen.

Damokles-Schwert einer Schließung

Der Betriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratschef schrieb Grönemeyer darüber hinaus:

„Wieder einmal schwebt das Damoklesschwert einer Schließung über dem Bochumer Werk. Seit vielen Jahren begleitet diese Drohung die Menschen im Betrieb, ihre Familien und in der Region. Mehr als 45.000 Menschen sind derzeit vom Bochumer Opel-Werk abhängig. Eine Schließung von Opel-Bochum wäre absolut unsinnig. Wir sind derzeit das produktivste Werk mit der höchsten Auslastung und der Alleinproduzent des Zafira und weiterer Modelle. Wir sind nachweisbar ein wichtiger Teil des Opel-Konzerns. (...)

Die Menschen bei Opel und ihre Familien wollen ihr Leben planen und nicht von dem Willen einiger weniger Aktionäre abhängig sein. Wir haben dieses Unternehmen groß gemacht. Wir werden es niemals zulassen, dass die Manager dieses Unternehmen und das Bochumer Werk an die Wand fahren. (...)

In Bochum ist die Seele von Opel mit 50 Jahre Autobauer-Tradition. Opel ist Bochum und Bochum ist Opel. Opel ohne das Bochumer Werk ist nicht vorstellbar. Die Menschen im Revier leben Solidarität. Deine Solidaritätserklärung und Dein Auftritt ist ein starkes Stück Solidarität. Es gibt uns Kraft und macht Mut für die schwierigen Auseinandersetzungen.

Ich möchte mich im Namen der Bochumer Belegschaft und des Betriebsrates noch einmal herzlich bedanken. Wir werden weiterhin mit unserer ganzen Leidenschaft um unsere Arbeitsplätze und unser Werk kämpfen und hoffen auch in Zukunft auf Deine Unterstützung. Mit herzlichem Glück auf! Rainer Einenkel“

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