Radfahrer treten für bessere Verkehrspolitik in die Pedalen

Bei strömendem Regen brachen die Velo-Fans vom „urbanradeling“ zur Innenstadt-Tour auf.
Bei strömendem Regen brachen die Velo-Fans vom „urbanradeling“ zur Innenstadt-Tour auf.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Die Gruppe „urbanRadeling“ macht sich für eine Verkehrspolitik stark, die die steigende Zahl von Radfahrern ausreichend berücksichtigt. Am Samstag starteten die Mitglieder zu einer „Höllentour“ über den Innenstadtring.

Bochum.. Der Dauerregen hielt sie nicht ab: 30 überzeugte Fahrradfahrer folgten am Samstag dem Aufruf der Initiative „urbanRadeling“ und traten auf dem Innenstadtring in die Pedalen.

„Wir wollen uns den Ring für den Radverkehr symbolisch zurückholen“, gab Sprecher Michael Schmeichel das Ziel der Tour vor. Denn gerade in der City werde das Fahrradfahren „zur Hölle“, wie die Velo-Freunde anprangern: „Der wenige Platz, der für den fahrenden und ruhenden Verkehr zur Verfügung steht, wird außerhalb der Einkaufsstraßen fast ausschließlich für Autos reserviert.“ Symbol für diese einseitige Ausrichtung sei der Innenstadtring: „Vierspurig wälzen sich Pkws und Schwerlastverkehr um die Innenstadt herum. Fahrradwege? Fehlanzeige! In einigen Bereichen, wie etwa dem Südring, sind Fahrradwege vor Jahrzehnten mitgeplant worden, werden aber genauso lange als Parkplätze zweckentfremdet.“

Bochum bei Förderung des Radverkehrs Schlusslicht

Dies sei auch deshalb ein Missstand, weil immer mehr Bürgerinnen und Bürger aus ökologischen und ökonomischen Gründen aufs Rad umsteigen möchten. „Viele jüngere Leute können sich bereits ein Leben ohne Auto und Führerschein vorstellen“, weiß Michael Schmeichel. Andere Städte hätten sich längst auf den Trend zum Fahrradfahren eingestellt. „Bei uns scheint jedoch die Zeit seit Jahrzehnten stehengeblieben zu sein. Selbst im Vergleich zu den anderen Ruhrgebietstädten ist Bochum bezüglich der Förderung und des Anteils des Radverkehrs absolutes Schlusslicht.“

Raus aus der Defensive, öffentlich Druck machen, als aktive Radfahrer für eine „fortschrittliche Verkehrspolitik“ kämpfen: Das haben sich die Mitglieder von „urbanRadeling“ auf die Fahnen geschrieben. Der Höllentour durch die Innenstadt sollen weitere Aktionen folgen.

Interessenten sind bei den Treffen der Gruppe „urbanRadeling Bochum“ an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat im Umweltzentrum an der Alsenstraße 27 willkommen. Beginn ist um 11 Uhr.

 
 

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