Radeln für sicheres Wegenetz

Nicole Bischoff

„Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad“, beschrieb es bereits der Autopionier Adam Opel. Viele Radfahrer würden ihm da wohl generell zustimmen, sehen aber ihr Wohl durch die fahrradunfreundliche Lage auf den Bochumer Straßen gefährdet. Die „BUND-Jugend NRW“ wollte mit ihrer Fahrraddemo am vergangenen Samstag auf die schwierige Situation der Radler aufmerksam machen. Zumal sich die Stadt bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte“ (AGFS) bewerben möchte.

„Die Stadt möchte ein radfahrerfreundliches Image aufbauen, aber dafür muss was getan werden. Bochum braucht sichere Fahrradwege, insbesondere an den Schulwegen sowie bei der Ruhr-Uni“, fordert Nathan Niedermeier, Vorstandsmitglied der BUND-Jugend.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) sieht dies ähnlich. „Wir haben große Zweifel an der Fahrradfreundlichkeit der Stadt. Alle Umbauten der vergangenen Jahre und auch die neu geplanten sind nicht fahrradfreundlich. Verbesserungsvorschlägen steht die Stadt ablehnend gegenüber. Das viel kleinere Tübingen hat für die Bewerbung bei der AGFS ein 200 Seiten starkes Konzept vorgelegt, Bochum hat es bisher auf zwei Seiten geschafft“, so Klaus Kuliga, Vorsitzender des ADFC Bochum.

Bei der rund sieben Kilometer langen Tour, die ab Hauptbahnhof über die Wittener Straße, den Steinring, die Königsallee und die Massenbergstraße führte, machten die Jugendlichen mit bunten Bannern und Sprechchören auf ihr Anliegen aufmerksam und verteilten Flyer an Passanten. An radverkehrspolitisch kritischen Stationen informiert Kuliga über die Schwachstellen des Bochumer Radwegenetzes. „Das beginnt am Bahnhof, wo kein ausgewiesener Radweg vorhanden ist“, kritisiert der Verkehrsexperte.

Begleitet werden die Demonstranten von zwei Fahrradpolizisten. „Ich bin viel zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs. In Sachen Sicherheit und Komfort muss auf jeden Fall etwas verbessert werden. Die Radler müssen rechtlich gesehen auf der Straße fahren, aber bei einigen Straßen ist das viel zu gefährlich. Da drückt man als Polizist auch schon einmal ein Auge zu, wenn sie auf dem Gehweg unterwegs sind“, erläutert Polizeihauptkommissar Ulrich Beckmann.

Neben den 30 Aktiven hatten sich Bürger angeschlossen. „Es muss endlich ein Zeichen gesetzt werden. Ich fahre sehr viel mit dem Fahrrad, fühle mich aber nicht sicher“, beklagt Lars Peickert.