Prozess um Hochstapeleien bei Partnersuche

Bernd Kiesewetter
Foto: Uwe Schaffmeister
Wegen mutmaßlicher Bandenbetrügereien bei der Vermittlung von Partnern über das Internet stehen vier Angeklagte vor dem Bochumer Landgericht. Den Opfern sollen mit Hilfe von hanebüchenen Lügengeschichten mehrere hundertausend Euro aus der Tasche gezogen worden sein.

Bochum.  Das Sprichwort „Liebe macht blind“ könnte sich hier durchaus aufdrängen. Seit Dienstag stehen vor dem Bochumer Landgericht drei Männer (33, 41, 46) und eine Frau (36), die zu einer von Afrika agierenden Betrügerbande gehört haben sollen. Die Masche laut Anklage: Frauen aus Deutschland, aber auch Männer, die in Internetforen nach Partnern suchten, wurden durch abstruse Lügengeschichten verleitet, hohe Geldbeträge zu bezahlen. Die Opfer sollen sich davon versprochen haben, dass dadurch ein näherer Kontakt zustande kommen sollte.

Da sollen sich Hochstapler zum Beispiel als „US-General“ ausgegeben haben, die viele Millionen Dollar besitzen und ihren Ruhestand mit der jeweiligen Frau in Deutschland verbringen wollen. Einen Geldkoffer würden sie schon mal vorab nach Deutschland schicken. Allerdings: Um den Koffer beim Zoll auszulösen und Gebühren abzugelten, müssten die Erwählten Geld vorschießen. Bis zu 165000 Euro sollen die Opfer gezahlt haben.

Bochumerin verlor laut Anklage 65.000 Euro

Auch eine Bochumerin ist laut Anklage zufolge auf einen Betrüger reingefallen. Er soll sich als Kaufmann aus Liverpool ausgegeben und einen Geldzuschuss für ein ganz tolles Geschäft mit 250 Toyotas erbeten haben. Dann kam wieder das Märchen mit dem Koffer. Teilweise über „Western Union“ soll die Frau 65 000 Euro gezahlt haben. Heute sei die Frau „hochverschuldet und finanziell ruiniert“, heißt es. Angeklagt sind 55 Fälle. Zwei Angeklagte waren gestern teilweise geständig. Der Prozess wird fortgesetzt.