Bochum

Prozess gegen Bochumer Uni-Vergewaltiger: So reagierte die Ehefrau von Ziyad K. vor Gericht auf ihren Mann

Ziyad K. mit Anwalt Egbert Schenkel und seinem Übersetzer.
Ziyad K. mit Anwalt Egbert Schenkel und seinem Übersetzer.
Foto: Jürgen von Polier
  • Im Prozess gegen Ziyad K., den mutmaßlichen Bochumer Uni-Vergewaltiger, wurden auch die Ehefrau und der Bruder des Angeklagten gehört
  • Die 27-Jährige Frau würdigte ihren Mann keines Blickes

Bochum. Auch die Ehefrau des mutmaßlichen Vergewaltigers Ziyad K. und dessen Bruder sind am ersten Verhandlungstag im Prozess gegen den Uni-Vergewaltiger geladen.

Als sie den Raum betreten, wirkt der Angeklagte Ziyad K. (32) plötzlich wacher. Fokussierter als vorher. Aber er verzieht keine Miene.

Er beobachtet die beiden genau

Seine Ehefrau (27), mit der er zwei Kinder hat, und seinen jüngeren Bruder (29) beobachtet er genau. Sein Bruder sieht manchmal kurz zu ihm rüber.

Seine Frau aber würdigt ihn keines Blickes. Wie DER WESTEN aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters erfuhr, ist von ihr auch keine Besuchserlaubnis in der JVA beantragt worden, in der Ziyad K. aktuell untergebracht ist.

Sind sie im Streit auseinandergegangen?

Sind der Angeklagte und seine Ehefrau im Streit auseinandergegangen? Es wäre nicht verwunderlich - Ziyad K. soll zwei Frauen vergewaltigt haben. Die Beweise sind erdrückend.

Seine Frau musste nach seiner Verhaftung mit den gemeinsamen Kindern in eine andere Flüchtlingseinrichtung ziehen.

Ehefrau will zuerst gehört werden

Nachdem die Angehörigen vor Richter Volker Talarowski getreten sind, um vereidigt zu werden, fragt Talarowski, wer sich zuerst zum Thema äußern will. Sofort meldet sich die Ehefrau.

Als sie sagen soll, wann sie geboren wurde, sagt sie 1998. Offenbar gibt es Schwierigkeiten bei der Verständigung, obwohl auch sie einen Dolmetscher hat.

Sie will nichts sagen

Richter Talarowski wiederholt die Zahl 98 und sagt: „Das kann nicht ganz mit dem Alter der (ihrer) Kinder hinhauen“. Dann korrigiert sie sich und sagt die Jahreszahl 1989.

Sie habe keinen Beruf, besuche aber derzeit einen Sprachkurs, sagt sie. Und dass sie nichts zum Thema sagen will. „Ich war ja zu Hause und weiß nichts darüber.“

„Ich weiß nichts darüber“

Richter Talarowski bohrt weiter: „Wir hätten schon einige Fragen.“ Sie antwortet: „Ich kann nichts sagen. Ich weiß nichts darüber.“

Dann setzt sie sich an den Rand des Verhandlungssaals.

Als die Frage nach der Qualität der Ehe kommt, schluckt sie

Nur einmal noch wird man an diesem Tag Regungen von ihr beobachten können. Und zwar, als der Bruder des Angeklagten nach der sexuellen Beziehung Ziyads zu dessen Ehefrau geht. War es eine gute Ehe? Oder gab es Probleme?

Ziyads Bruder antwortet, dass immer alles in Ordnung gewesen sei. Sie verzieht den Mund, während ihr Blick durch den Raum zum Vorsitzenden Richter gleitet - und sich ihr Kehlkopf schwerfällig von unten nach oben bewegt.

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