Proteste gegen Kundgebung der AfD in Bochum

Ein massives Polizeiaufgebaut trennte die Teilnehmer der AfD-Kundgebung auf dem Husemannplatz von den Demonstranten (im Hintergrund). 
Ein massives Polizeiaufgebaut trennte die Teilnehmer der AfD-Kundgebung auf dem Husemannplatz von den Demonstranten (im Hintergrund). 
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
200 Menschen haben in Bochum gegen eine Kundgebung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) demonstriert. Die Demonstration blieb friedlich.

Bochum.. Mit Protesten gegen eine Kundgebung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) in der Innenstadt hat der Oberbürgermeister-Wahlkampf in Bochum am Wochenende die Zielgerade erreicht.

Ein wütendes „Haut ab!“ und „Nazis raus!“ auf der einen Seite, frenetische „Frauke, Frauke“-Rufe auf der anderen Seite: Bei der Veranstaltung der AfD standen sich am Samstagmittag 100 Mitglieder und Sympathisanten der rechtsgerichteten Partei und rund 200 Gegendemonstranten auf dem Husemannplatz gegenüber.

Geldscheine geschreddert

Das Bochumer Bündnis gegen Rechts (ihm gehören u.a. Gewerkschaften, der Kinder- und Jugendring und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes an) hatte dazu aufgerufen, Flagge „gegen Rassismus und für eine solidarische Gesellschaft“ zu zeigen. Ein massives Polizeiaufgebot und Absperrgitter trennten schon ab dem Morgen die Demonstranten von den AfD-Anhängern rund um den Jobsiade-Brunnen. „Es blieb alles friedlich“, teilt die Polizei mit.

Die Rede der Vorsitzenden Frauke Petry wurde durch ein gellendes Pfeifkonzert der Bündnis-Mitglieder („Petri Heil – Angler gegen rechts“) gestört. „Wenn es wirklich ein Problem mit unserer Demokratie gibt, sind es solche Begleitungen – und nicht wir!“, rief Petry (40) und verhöhnte die Demonstranten als „unsere antidemokratischen Freunde“. Ihren Anhängern, die sie wie eine Heilsbringerin feierten, sicherte die sächsische AfD-Chefin zu: „Die Zeit spielt für uns!“

AfD-Spitzen kritisieren Medien

Um die „Geldvernichtung“ der Stadt Bochum zu symbolisieren und deren Schuldenlast anzuprangern, wurden mit dem örtlichen OB-Kandidaten Wolf-Dieter Liese Spielgeldscheine über zwei Milliarden Euro öffentlich geschreddert.

Scharfe Kritik wurde in den Reden der AfD-Spitzen an „den Medien in Deutschland“ geübt, die die Partei beständig falsch und irreführend darstellten. Immer mehr Reporter wollten sich „dem Diktat nicht mehr beugen“; man solle „nur noch alternative Medien“ nutzen. „Lügenpresse!“, schleuderte ein AfD-Sympathisant auch dem WAZ-Redakteur entgegen.

Rolf Geers, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings, bekräftigt: „Wir dürfen nicht zulassen, dass in Bochum gegen Flüchtlinge gehetzt wird. Wir wünschen uns, dass Flüchtlinge in unserer Stadt friedlich leben können und dauerhaft eine neue Heimat finden.“

Die Bochumer OB-Kandidaten bei Abgeordnetenwatch

 
 

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