Prinz Regent Theater sucht neue Leitung

Jürgen Boebers-Süßmann
Szenenbild aus „Kabale und Liebe“ am Prinz Regent Theater, Regie Sibylle Broll-Pape.
Szenenbild aus „Kabale und Liebe“ am Prinz Regent Theater, Regie Sibylle Broll-Pape.
Foto: Landes

Bochum.  Sibylle Broll-Pape, Mitgründerin und langjährige Direktorin des privaten Prinz Regent Theaters in Weitmar, wird ab der Spielzeit 2015/16 Intendantin des E.T.A.-Hoffmann-Theaters Bamberg.

Findungskommission, Kultursenat und Stadtrat der oberfränkischen Stadt stimmten einstimmig für sie. Für Broll-Pape bedeutet der Wechsel den Abschied von Bochum nach über 25 Jahren Theaterarbeit vor Ort.

Ihr Wechsel kommt überraschend, denn wie kaum jemand hatte sie sich in den letzten Jahren für die Sache der freien Kultur in Bochum stark gemacht, und immer wieder auf die drohende Ausblutung der Szene wegen Mittelkürzungen durch die Stadt hingewiesen. „An dieser Haltung hat sich nichts geändert, aber der Ruf nach Bamberg ist auch eine berufliche Herausforderung für mich“, so die 57-Jährige im WAZ-Gespräch.

Sie habe den Abschied von Bochum nicht angestrebt, vielmehr sei sie aus Bamberg angefragt worden. „Die Nordrhein-Westfälin überzeugte durch ihre langjährige Erfahrung als Intendantin, durch ihre Kommunikationsfähigkeit und die ausgezeichnete Vernetzung mit Theatern, Regisseuren und Autoren in ganz Deutschland“, meldet die Nachrichtenplattform infranken.de. Offiziell in Bamberg vorstellen wird sie sich im Januar. Ihre Arbeit wird sie nach dem altersbedingten Ausscheiden des langjährigen Intendanten Rainer Lewandowski mit der Spielzeit 2015/2016 aufnehmen

„Die Anfrage ist für mich auch eine Bestätigung, dass die Arbeit in Bochum der letzten Jahre auch überregional wahrgenommen wurde“, sagt Broll-Pape, die das PRT 1991 gründete und es seit 1995 leitet.

Profil soll erhalten bleiben

Das Profil des kleinen Theaters in Weitmar (95 Plätze) soll auch nach dem Abschied der „Chefin“ erhalten bleiben, zeitgenössische Dramatik, Musiktheater und Klassiker-Inszenierungen sollen weiter gepflegt werden. Die Suche nach einem Nachfolger/einer Nachfolgerin laufe jetzt an, so Broll-Pape: „Ich plane keinen überhasteten Abschied, sondern werde aktiv mitwirken, dass die Zukunft dieses Theaters gut vorbereitet wird.“ Auf die Frage, ob sie auch in die Nachfolger-Suche involviert sei, meinte sie: „Unbedingt!“

„Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen, werde aber dem PRT auch über 2015 hinaus eng verbunden bleiben, schon durch mein Vorstandsamt“, sagt sie.

Das E.T.A.-Hoffmann-Theater ist das Stadttheater von Bamberg. Es besteht seit 1802 und war zeitweilig Wirkungsstätte des späteren Namensgebers, des Schriftstellers und Komponisten E.T.A. Hoffmann. Mit der Wiedereröffnung des Theaters nach der Sanierung und Erweiterung kamen 2003 zum Großen Haus mit gut 400 Plätzen und dem Studio mit 100 Plätzen zwei neue kleine Spielstätten hinzu: der Treff und das Gewölbe mit je etwa 60 Plätzen.