Premiere - Kleingarten in Bochum richtet Hunde-Klo ein

Cicco zählt zu den ersten Benutzern der neuen Hunde-Toilette in der Kleingartenanlage Riemke. Sein Herrchen, Vorsitzender Manfred Arnold (im Hintergrund), hat die 300 Euro teure Anlage vor einer Woche aufgestellt.
Cicco zählt zu den ersten Benutzern der neuen Hunde-Toilette in der Kleingartenanlage Riemke. Sein Herrchen, Vorsitzender Manfred Arnold (im Hintergrund), hat die 300 Euro teure Anlage vor einer Woche aufgestellt.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Service
Die ersten Erfahrungen mit dem Tüten-Service in Riemke sind positiv. Die Stadt hat ähnliche Angebote für Hundehalter schon vor Jahren eingestellt.

Bochum.. Vielen Bürgern stinkt’s: Hundekot auf Gehwegen, Grünflächen und sogar Spielplätzen zählt zu den größten Ärgernissen. Während die Stadtverwaltung vor Jahren kapituliert hat, sagt man den müffelnden Tretminen im Kleingartenverein Riemke den Kampf an. „Wir sind die erste Anlage in Bochum mit eigenem Hunde-WC“, sagt der Vorsitzende Manfred Arnold (57).

380 Parzellen umfasst die grüne Lunge im Bochumer Norden: eine der größten Klubs in NRW. Jede Menge Hunde tummeln sich auf dem 245.000 Quadratmeter großen Areal: die Vierbeiner der Laubenpieper ebenso wie die Wauwaus der Besucher und Spaziergänger, die die Kleingartenwege am Fuße des Tippelsbergs rege nutzen.

Abreißbeutel für Hunde werden sofort entsorgt

„Dagegen ist nichts zu sagen. Wir sind ja eine öffentliche Anlage“, betont Manfred Arnold. „Doch leider nehmen viele Hundehalter keine Rücksicht auf ihre Umwelt und Mitmenschen. Sie lassen ihre Tiere wild in der Gegend kötteln. Unsere Wiesen und Wege sind voller Kot. Wer sich beschwert, kriegt manch üblen Spruch zu hören.“

Die Haufen beseitigen? Kommt für einige Tierfreunde gar nicht in die Tüte! Deshalb gehen jetzt die Kleingärtner in die Offensive: mit Tüten. Für 300 Euro bestellte sich der Verein in der Schweiz ein „Hunde-WC“: einen Kasten mit Abreißbeuteln und eine Mülltonne zur Sofort-Entsorgung. „Damit“, sagt Arnold stolz, „sind wir Vorreiter im Kleingartenverband.“

Klo für den Hund

Seit einer Woche ist das Klo für Bello & Co. in Betrieb. „Es wird gut angenommen. Das sehen wir an den Tüten, die im Mülleimer liegen. Unsere Wege sind schon sauberer geworden“, zieht der Vorsitzende eine erste Bilanz. Sein Appell richtet sich erstens an andere Kleingartenvereine: „Folgt unserem Beispiel!“ Und zweitens an die Stadt: „Das Problem mit dem Hundekot muss schärfer angegangen werden. Es muss stadtweit wieder kostenlose Tüten geben. Und es muss endlich mehr Kontrollen geben. Ein Strafenkatalog allein reicht nicht.“

35 Euro droht das städtische Sündenregister für das „Nichtentfernen von Hundekot“ an. Bezahlt wird die Strafe so gut wie nie, muss der Halter nach dem Müssen seines Vierbeiners doch auf frischer Tat ertappt werden. Mangels Personal der Ordnungsbehörden ist das laut Verwaltung kaum möglich.

Keine Behälter mehr im Stadtgebiet

Auch auf stadtweite Tütenbehälter dürfte Manfred Arnold vergeblich warten. Stadtsprecherin Barbara Gottschlich: „Wir haben in den letzten Jahren manches probiert: das Aufstellen von Beutelspendern, die vielfach zerstört und leergeräumt wurden, ebenso wie die Ausgabe von Tüten-Gutscheinen bei der Hundeanmeldung.“ Leider habe keines der Angebote nachhaltig gewirkt. Beutel werden von der Stadt aktuell nicht mehr verteilt.

 
 

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