Preisgericht entscheidet sich für Hanseaten

Ein  Modell des Stadtquartiers Viktoriastraße in Bochum zeigen (von links) Dagmar Stallmann, Ernst Kratsch und Wolfgang Otto. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Ein Modell des Stadtquartiers Viktoriastraße in Bochum zeigen (von links) Dagmar Stallmann, Ernst Kratsch und Wolfgang Otto. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Die Jury zeigte sich nahezu einstimmig überzeugt von einem überlegt gegliederten Neubaukomplex, der die Stadt nicht erschlägt, sondern vielmehr durch viele Passagen Freiräume gibt. Allerdings sieht der Plan auch den Totalabriss des jetzigen Post-/Telekomgebäudes vor.

Bochum.. Das Preisgericht zur Entwicklung des Stadtquartiers Viktoriastraße hat sich am Freitag für die städtebauliche Konzeption des Investors, „HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg entschieden. Der Entwurf des Düsseldorfer Architektur- und Planungsbüros „RKW Rhode Kellermann Wawrowski“ überzeugte die 20-köpfige Jury. „Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen Entwurf haben. Ich halte ihn für äußerst Überzeugend“, freute sich unmittelbar nach der Entscheidung Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch.

Damit stehen die Grundzüge für das neue Einzelhandels- und Dienstleistungsquartier fest. Das Preisgericht bestand aus Architekten und Stadtplanern, Vertretern des Rates, des Einzelhandels, des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) NRW, des Landes NRW und der Stadtverwaltung. Verschiedene Interessenvertreter der Innenstadt unterstützten sie beratend. Das Preisgericht tagte unter dem Vorsitz von Professor Carl Fingerhut (Basel / Zürich).

Jury wollte kein „Zebra-Muster“

Es diskutierte intensiv über dieses bedeutende Stadtentwicklungsprojekt, bevor es sich für den Siegerentwurf entschied. Der Konkurrenzentwurf der Essener mfi-Gruppe überzeuge die Jury nicht. Aus Teilnehmerkreisen hieß es, das Konzept erinnere zu sehr an eine geschlossene Einkaufs-Mall und genau dies habe man bekanntlich nicht haben wollen. Es hatte etwa zur Viktoriastraße eine Fassade vorgeschlagen, die überdeutlich an die Tarnmuster von schwarz-weißen afrikanischen Safari-Fahrzeugen, kurz Zebra-Look, erinnerte.

Kern des jetzt gewählten Entwurfs ist auf dem jetzigen Justziareal ein dreigeteilter Komplex. Zum Westring entsteht nach dem Plan ein etwas höheres Bürogebäude. Zum Husemannplatz öffnet sich der Bereich. Der Entwurf sieht auf der anderen Seite den Komplett-Abriss des alten Telekomgebäudes vor. Auch der Schlegelkomplex würde bis auf den Schlegel-Turm und einiger Nebengebäude reduziert. Das jetzige ECE-Gebäude würde nur in Teilen, nämlich der Bau mit der abgerundeten Fassade (jetzt EGR und Stadtentwicklung) erhalten bleiben.

Wettbewerbsarbeiten werden im Rathaus ausgestellt

Ein Blick zurück: Im August 2013 hatten der BLB NRW, als Eigentümer der Justizfläche, und die Stadt, als Trägerin der Planungshoheit, das Investorenauswahlverfahren zum Stadtquartier Viktoriastraße europaweit ausgeschrieben. Zwei renommierte Investoren hatten vor wenigen Wochen ihre Wettbewerbsbeiträge eingereicht.

Die Wettbewerbsarbeiten werden vom kommenden Mittwoch (5. Februar) bis Mittwoch (19. Februar) zwei Wochen im Foyer des Technischen Rathauses, Hans-Böckler-Straße 19, öffentlich ausgestellt.

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