Polizei Bochum wünscht sich mehr Einbruchsschutz von Bürgern

Kriminalhauptkommissarin Bärbel Solf und Kriminaldirektor Ralf Ziegler demonstrieren ein Kastenriegelschloss in den Räumen der Polizei in Bochum.
Kriminalhauptkommissarin Bärbel Solf und Kriminaldirektor Ralf Ziegler demonstrieren ein Kastenriegelschloss in den Räumen der Polizei in Bochum.
Foto: Polizei Bochum
Polizeipräsidentin Diana Ewert appelliert an Bauträger und Architekten, öfter auf Einbruchsschutz zu achten. Gerade jetzt zur dunklen Jahreszeit steigt die Gefahr, von Einbrechern heimgesucht zu werden. Eine Bochumer Alarmanlagen-Firma verzeichnet denn auch wachsende Anfragen.

Bochum. Mit der Umstellung auf Winterzeit ab Sonntag wird es abends noch früher dunkel - und das könnte noch mehr Einbrecher anlocken. Die Bochumer Polizeipräsidentin Diana Ewert appellierte am Donnerstag an alle Bauträger und Architekten, bei ihrer Arbeit auch auf Einbruchssicherheit zu achten. „Ich wünsche mir mehr Vermieter, die bei der Planung ihrer Objekte auch Sicherheitsfragen beachten und so den Wohnwert für ihre Mieter steigern.“

Als vorbildliches Beispiel verweist sie auf die Seniorenwohnanlage der Diakonie Ruhr an der Wichernstraße in Grumme, die am Montag offiziell eröffnet worden ist. Bei diesem Objekt war auch die Beratung der Polizei in Anspruch genommen und Sicherheitstechnik eigenständig durch den Bauherren nachgerüstet worden. Diana Ewert: „Ich hoffe, dass dieses Modell Schule macht und bei anderen Bauträgern Nachahmer findet“. Die Polizei bietet eine Beratung zur Einbruchsicherheit beim Bau eines Wohnobjektes kostenlos an (Tel. 0234/909-4040).

„Die Leute haben alle Angst“

Täglich vermeldet die Polizei immer neue Einbruchstaten. Meist werden Geld, Schmuck und Computer erbeutet. Hinzu kommt der teils immense Sachschaden der Zerstörung. Und vor allem: Viele Bewohner sind nachher schwer verunsichert und schockiert, weil ein Fremder in ihren Privatbereich eingedrungen ist.

Die Fallzahlen sind weiterhin auf hohem Niveau: Allein im ersten Halbjahr 2013 wurden nur in der Stadt Bochum 829 Einbruchstaten gemeldet. Das ist zwar ein kleiner Rückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum, dennoch sind die Fallzahlen seit 2007 konstant deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gesunken. Im ersten Halbjahr 2013 lag sie bei zehn Prozent.

„Die Leute haben alle Angst“, hieß es am Donnerstag auf WAZ-Anfrage in der Bochumer Alarmsystem-Firma Gladen, ein Ingenieurbüro für Sicherheitstechnik. Man bekäme immer mehr Anfragen besorgter Bürger. „Das Sicherheitsbedürfnis ist stark angestiegen.“ Eine vernünftige elektronische Sicherung der Haustür sei ungefähr ab 3000 Euro zu haben. Neben dem direkten Einbruchschutz werde aber auch die Videoüberwachung nachgefragt. Auch bei Privathäusern.

EDn Gros der Täter sieht die Kripo in internationalen Banden

Auch Bochums größter Vermieter, die VBW (13.000 Wohnungen in Bochum), hat den Einbruchschutz auf dem Schirm. Bei allen Neubauten, sagt der kaufmännische Prokurist Uwe Davidsohn, würden relevante Türen und Fenster besonders gesichert. Außerdem kooperiere die VBW mit einer Firma für Sicherheitstechnik, die den Mietern, wenn sie in Eigenregie nachrüsten wollten, einen Preisnachlass gewähre.

Mit der Kampagne „Riegel vor!“ betreibt die Polizei präventive Arbeit gegen Einbrecher. Sie betont etwa, dass im Vergleich der beiden ersten Jahreshälften 2012 und 2013 die Prozentzahl der gescheiterten Einbrüche von 35,8 auf 40,3 % gestiegen sei. Im November wird die Polizei eine Sicherheitsaktion für WAZ-Leser am Telefon machen. Ein genauer Termin folgt noch.


Ein Gros der Täterschaft vermutet die Kripo in internationalen reisenden Banden aus Osteuropa.

 
 

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