Polizei Bochum schult Senioren im Umgang mit Rollatoren

Polizistin Sonja Pöpping zeigt, wie man sich auf verschiedenen Untergründen sicher fortbewegt.
Polizistin Sonja Pöpping zeigt, wie man sich auf verschiedenen Untergründen sicher fortbewegt.
Foto: FUNKE Foto Services
Rund 50 Teilnehmer lernen theoretisch und praktisch die Handhabung der Gehhilfe. Auch Verkehrswacht und Bogestra sind vor Ort und geben Tipps.

Bochum.. Gunnar Cronberger macht es vor: rückwärts nähert er sich der Bustür bis an den Rand des Fahrzeugs, zieht die Bremse des Rollators fest und hält sich mit beiden Händen an den Griffen der Tür fest. Er steigt aus dem Bus aus und holt erst danach die Gehhilfe wieder zu sich. „Das schaff ich nie“, ruft Josefine Radtke, die Bogestra-Mitarbeiter Cronberger bei seiner Vorführung genau beobachtet hat. Die 83-jährige Rentnerin ist eine der rund 50 Seniorinnen und Senioren, die bei der Schulung „Sicherer Umgang mit dem Rollator“, lernen, sich mit ihrer Gehhilfe souverän in Alltagssituationen zu bewegen.

„Eigentlich müsste es grundsätzlich eine Einweisung in den Umgang mit Rollatoren geben, aber die fehlt“, sagt Polizistin Sonja Pöpping. Das bestätigt Ulli Dröghoff, Leiter des Albert-Schmidt-Hauses in Griesenbruch, der mit zwölf Bewohnern zur Schulung gekommen ist. „Manchmal werden die Rollatoren ja nur ausgeliefert, eine persönliche Anleitung gibt es nicht. Manche Senioren wissen nicht einmal, dass Bremsen vorhanden sind“, so Dröghoff. Und auch die richtige Bedienung der Bremsen bereite oftmals Schwierigkeiten.

Senioren üben mit Rollator am Parcour

Polizistin Pöpping trainiert mit den Teilnehmern auf dem eigens entwickelten Parcours, wie man sich auf verschiedenen Untergründen sicher fortbewegt und Hindernisse überwindet. „Viele wollen den Rollator anheben, aber so passieren die meisten Unfälle“, sagt Pöpping.

Und erklärt, wie es besser geht: entweder mit der beim Hinterrad befestigten Ankipphilfe die Vorderräder anheben oder die Bremse anziehen und einen kleinen Schritt zurück machen, um so den Rollator zu kippen.

Tipps für Senioren beim Busfahren

Beim anschließenden Bustraining gibt Bogestra-Mitarbeiter Cronberger Tipps zum Einsteigen, Mitfahren und Aussteigen in Bus und Bahn. „Man sollte sich sofort einen Platz suchen und sich auf keinen Fall auf den Rollator setzen“, so Cronberger. Zudem sei es wichtig, sitzen zu bleiben, bis der Bus endgültig zum Stehen gekommen ist. „Die meisten wollen vorwärts aussteigen, aber das ist ein Fehler.“

Unter Anleitung des Bogestra-Mitarbeiters schafft es auch die zunächst sehr aufgeregte Josefine Radtke problemlos aus dem Fahrzeug. „Ich hatte richtig Angst, denn rückwärts zu gehen fällt mir schwer“, sagt Radtke. Bislang hatte sie deshalb immer ihre Schwester als Begleitung dabei, wenn sie die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt hat. Diese half mit dem Rollator. „Aber ab jetzt fahre ich alleine Bus“, verkündet sie stolz. „Wir haben heute wirklich viel gelernt.“ Auch Edeltraud Kanczik ist begeistert: „Die Schulung war toll. Ich bin heute das erste Mal in den Bus gestiegen, jetzt kann ich das.“

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