Platz des europäischen Versprechens - Technischer Ausbau abgeschlossen

Sabine Vogt
Der Platz des Europäischen Versprechens vor der Christuskirche ist neu gestaltet. Was fehlt, sind die Namenssplatten. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Der Platz des Europäischen Versprechens vor der Christuskirche ist neu gestaltet. Was fehlt, sind die Namenssplatten. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Bochum. „Er sieht aus wie ein Bilderrahmen ohne Bild.“ Pfarrer Thomas Wessel blickt jeden Tag auf den Vorplatz der Christuskirche, der als „Platz des europäischen Versprechens“ als eines der großen Projekte der Kulturhauptstadt 2010 vorgesehen war.

Nach der Idee des Künstlers Jochen Gerz sollten insgesamt 15.000 Menschen ihr Versprechen für Europa abgeben, deren Namen die Steinplatten füllen. 25 solcher großen Platten sind vorgesehen. Entstanden ist bis heute nur eine mit 600 Namen von Bürgern, die als erste ihr Versprechen abgegeben haben; sie liegt in der Kirche.

Die technische Ausarbeitung des Platzes ist inzwischen abgeschlossen, gestern rückten die letzten Baufahrzeuge ab. Zurück bleiben steinmarkierte Felder auf der Fläche als Platzhalter für die Namenstafeln. „Das Ganze strahlt aus: Jetzt muss noch was kommen“, sagt Wessel. Den gegenwärtigen Zustand empfindet der Pfarrer als Stummel.

„Zwischenetappe erreicht“: So beschreibt die Stadt Bochum die Tatsache, dass der Bauzaun verschwunden ist. Damit die Fläche nicht wie bisher als Parkplatz genutzt wird, lässt die Stadt Hinweise auf die Fußgängerzone aufstellen.

Stadt hat 2 Millionen Euro investiert

14 Monate dauerten die Arbeiten. Die waren von erheblichen Rückschlägen geprägt. Bei den Steinplatten aus Armenien hatte es Liefer- und Zollprobleme gegeben, dann warf der anhaltend harte Winter den Zeitplan um, wie Uwe Seidel vom Tiefbauamt erklärte. Dadurch konnte der „PEV“ auch nicht, wie geplant, als eines der Ankerprojekte zum Finale des vergangenen Kulturhauptstadtjahres eröffnet werden. Ärger gab’s um den Platz auch immer wieder wegen der Finanzierung. Zwei Millionen Euro hat die Stadt Bochum bislang in das Projekt investiert, so Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch. Als 2009 die Stadt unter Nothaushaltsführung gestellt wurde, fühlte sich Jochen Gerz künstlerisch vergrätzt, als er weitere Investitionen einforderte. Damals hieß es: „Die Materialien Glas und Betonstein wurden aufgrund zu hoher Kosten nicht weiterverfolgt. Die Materialvariante Basaltlavagestein mit eingefrästen Buchstaben aus Epoxidharz entspricht den Anforderungen und ist im Vergleich zu den anderen Materialien kostengünstiger.“

Besonderheiten des Projektes

Kratzsch meinte damals: „Die Besonderheit bei diesem Projekt und dem dazu angemeldeten Patent liegt in der Größe der Platten und der Herstellung der Buchstaben aus hochfestem Epoxidharz, der sich in den Poren des Gesteins verzahnt. 3,80 x 1,80 m große Natursteinblöcke aus Basaltlava sind weltweit einzigartig in einem Steinbruch in Armenien vorhanden.“

Es soll weitergehen. Die ursprüngliche Planung für den „Platz des europäischen Versprechens“ sei nicht aus dem Auge verloren, so versichern alle Seiten. Stadt, Kirche und Kuratorium wollen sich um Geldmittel bemühen. „Wir stehen in Verhandlung. Ich bin guter Dinge, dass das künstlerische Konzept noch verwirklicht werden kann“, sagte Pfarrer Thomas Wessel gestern gegenüber der WAZ.

In der kommenden Woche will die Stadt ein Konzept präsentieren, wie die künstlerische Ausgestaltung doch noch vollendet werden könnte.