Platz des europäischen Versprechens nimmt Form an

Christina Finke
Auf dem Platz des europäischen Versprechens beginnen Bauarbeiter mit der Verlegung der Namensplatten. 
Auf dem Platz des europäischen Versprechens beginnen Bauarbeiter mit der Verlegung der Namensplatten. 
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Die finalen Arbeiten an der Christuskirche haben in dieser Woche begonnen. Nach einer weiteren, vergleichsweise kleinen Verzögerung wird am Donnerstag wohl die erste Namenstafel verlegt.

Bochum. Eigentlich waren der Beginn der Bauarbeiten am Platz des europäischen Versprechens (PeV) schon für Anfang September geplant – letztendlich wurde aber erst am Montag mit den vorbereitenden Maßnahmen und der Einrichtung der Baustelle vor der Christuskirche begonnen. Die ersten Naturstein-Platten, in denen die Namen von rund 14.000 Europa-Befürwortern eingraviert wurden, kamen am Dienstag aus Stuttgart an. Am Mittwoch sollte dann endlich mit der Verlegung begonnen werden – eigentlich.

Denn wie schon so oft bei dem Kunstprojekt, das die europäische Kulturhauptstadt Ruhr.2010 als ­offiziellen Beitrag der Stadt Bochum in ihr Programm aufgenommen hatte, kommt es noch einmal zu Verzögerungen.

Vorbereitungen für die Verlegung

Um die 2,2 bis 2,3 Tonnen schweren Platten aus Basaltlava anheben und in die dafür vorbereiteten Platzhalter einsetzen zu können, müssen sie mit Vakuumgeräten bewegt werden. Das funktionierte am Mittwoch aber erst einmal nicht. „Material wie dieser Naturstein kann leicht porös sein“, erklärt Polier Oliver Eichhardt „die Vakuumgeräte können dann nicht genügend Unterdruck erzeugen.“ Nicht auszudenken was passieren würde, gingen die Namenstafeln kurz vor Fertigstellung des Platzes zu Bruch.

Also werden alle austauschbaren Teile an den Vakuumgeräten ersetzt. „Wir hoffen, dass wir dann am Donnerstag endlich richtig anfangen können“, sagt Eichhardt. Bis dahin entfernen die Arbeiter der Straßen- und Landschaftsbaufirma Benning aus Münster schon mal die Provisorien aus Asphalt, die als Platzhalter für die Namensplatten bereits vor einigen Jahren eingesetzt wurden. Die Fundamente sind bereits an ihrem Platz, darauf kommt noch eine Mörtelunterlage.

Bautechnisch anspruchsvoll

Die eigentliche Verlegung soll aus bautechnischer Sicht dann höchst anspruchsvoll sein und voraussichtlicht zwei Monate dauern. „Wir ­machen das in der Art auch zum ersten Mal: Learning by doing“, sagt Polier Eichhardt, zeigt sich aber trotzdem zuversichtlich. „Wir können vorher nicht abschätzen wie weit die 14 Zentimeter dicken Platten absacken.“ Unter Umständen müsse dann die Bettung überar­beitet werden. „Nach ein bis zwei verlegten Platten hat man das aber im Gefühl“, gibt sich Eichhardt zuversichtlich.

Jede der noch zu verlegenden 19 Namenstafeln setzt sich aus drei Platten zusammen. Damit diese am Ende perfekt in den Platzhaltern sitzen, werden die Arbeiter sie während der Verlegung mehrmals anheben müssen. Bis Dezember sollen sämtliche Platten eingebaut sein, damit der Platz am 11. Dezember offiziell eröffnet werden kann.

Eröffnung im Dezember

Vor allem für die Kosten des ­Projekts von Konzeptkünstler Jochen Gerz wurden die Verantwortlichen in der Vergangenheit immer wieder stark kritisiert. Innerhalb von neun Jahren stiegen sie von ursprünglich geplanten ­960 000 Euro auf ein Vielfaches an. Die Gesamtkosten für das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Kunst- und Kulturprojekt „Platz des europäischen Versprechens“ betragen mittlerweile insgesamt 3,35 Millionen Euro: 520.000 Euro für den künstlerischen Prozess der Einladung, 1,65 Millionen Euro für den Namen, Stein und die Gravur sowie 1,18 Millionen Euro für den Platzumbau. Die Stadt ­Bochum beteiligt sich mit 1,575 ­Millionen Euro. Die Kosten für das Licht­kon­zept sind darin aber noch nicht enthalten.