Pflegedienst aus Bochum sucht Hilfe für jungen Mann (16) – so großartig reagiert das Netz

Jenson Kersten mit seiner ausgebildeten Assistenzhündin Doreen, die 2017 unerwartet gestorben ist und eine große Hilfe für den jungen Mann war.
Jenson Kersten mit seiner ausgebildeten Assistenzhündin Doreen, die 2017 unerwartet gestorben ist und eine große Hilfe für den jungen Mann war.
Foto: Karen Kersten/privat
  • Ein Pflegedienst aus Bochum hat bei Facebook nach Hilfe für einen 16-Jährigen gesucht
  • Dann folgte ein ordentlicher Candystorm

Essen/Bochum. Es ist eine Geschichte, die Hoffnung spendet und den Glauben an die Menschlichkeit einbalsamiert. Sie handelt von Jenson Göb (16), der mit seiner Mutter, Karen Kersten, in Essen lebt und an der genetisch bedingten Krankheit Spinale Muskelatrophie erkrankt ist.

Vereinfacht gesagt kommen dabei Nerveninformationen nicht richtig bei den Muskeln an, die dadurch nicht bewegt werden können und immer mehr schwinden.

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Jenson konnte nie stehen oder laufen – seit er drei Jahre alt ist, sitzt er im elektrischen Rollstuhl. Er hat Titanstangen im Rücken, die den Oberkörper aufrecht halten.

Seine Mutter sagt: „Er kann die Unterarme noch gut bewegen, aber den ganzen Arm zum Kopf heben kann er nicht mehr.“ Dadurch sind Jenson und seine Mutter auf Hilfe angewiesen. Auch nachts, wenn ein Pfleger seine Beatmung überwachen und Jenson alle zwei bis drei Stunden umlagern muss.

Krankenkasse wollte Pflegedienst nicht mehr bezahlen

Doch vor kurzem gab es ernsthafte Probleme, denn die Krankenkasse wollte den Pflegedienst nicht mehr bezahlen, weil es ein Kinderpflegedienst ist. Kinderintensivpflege sei laut Krankenkasse nur bis 14 möglich, Jenson ist aber 16.

„Also wurden wir gezwungen, einen neuen Dienst zu suchen. Aber man muss erst mal einen Dienst finden, der das kann. Intensivpflege heißt nämlich nicht nur An- und Ausziehen oder Waschen, sondern auch dass das Personal geschult im Umgang mit diversen medizinischen Überwachungs- und Beatmungsgeräten ist. Und davon braucht man ein ganzes Team, das dann in den Diensten rotiert“, erklärt Karen Kersten.

Erfolgreiche Suche bei Facebook

Dann sei sie auf die Intensivpflege24 Kinder gestoßen – einer Abteilung der Familien- und Krankenpflege Bochum. Karen Kersten erzählt: „Die Firma hat zuerst eine normale Ausschreibung gemacht, auf die es leider kaum Resonanz gab. Das ist im Pflegebereich schwierig, das ist eben kein einfacher Job und wird nicht sonderlich gut bezahlt.

„Sie haben uns dann vorgeschlagen, dass sie bei Facebook suchen und dass wir, als Familie, selbst einen Steckbrief mit Foto machen. Das haben wir dann getan und in dem Beitrag beschrieben, dass Jenson gern Playstation spielt und coole Nachteulen sucht, die seine Beatmung überwachen.

Es ist eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Karen Kersten glücklich. „Es hat uns total überrascht, wie viele Kommentare, Bewerbungen und Likes es gab. Sogar über Deutschland hinaus.“ Laut Kersten sei der Beitrag mehr als 400.000 Mal aufgerufen, etwa 1.000 Mal gelikt und etwa 5.000 Mal geteilt worden. „Und dann haben sich sehr schnell neue Mitarbeiter gefunden“, sagt sie.

„Aber was uns wirklich glücklich gemacht hat, war, dass sich auch Leute gemeldet haben, die gar keinen Pflege-Background hatten. Die einfach gesagt haben, „Meld' dich mal, ich spiel' auch gerne Playstation, dann können wir das vielleicht zusammen machen.“

 
 

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