Panne auf Pontonbrücke in Bochum befeuert Debatte um Neubau

Die Pontonbrücke war zwei Tage lang dicht.
Die Pontonbrücke war zwei Tage lang dicht.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Die Pontonbrücke, die Bochum-Dahlhausen mit Hattingen und Essen verbindet, ist wieder geöffnet. Seit Montagmorgen war sie wegen einer unglücklich verlaufenen Routinekontrolle geschlossen – zeitweise sogar für Fußgänger. Befürwortern eines Neubaus verschaffte das neue Argumente.

Bochum-Dahlhausen.. Die neuerliche Ponton-Posse liefert Befürwortern eines Brücken-Neubaus neue Argumente. Doch führende Brückenexperten bei der Stadt glauben nicht daran. „An dieser Stelle ginge das gar nicht, die Lewackerstraße ist für Schwerlastverkehr nicht ausgelegt“, sagt Friedhelm Lensing, einer von drei Bochumer Brückenprüfern.

Ein Neubau einige hundert Meter flussaufwärts ist zwar im Gespräch, gilt aber als schwer durchsetzbar – auch deshalb, weil Anwohner dagegen vorgehen könnten. Die CDU setzt sich für eine Sanierung der 1959 gebauten Brücke ein. Das hätte indes einen Nachteil: „Die Belastungsgrenze bliebe dann ja bestehen“, so Lensing, viele Lkw könnten sie also weiterhin nicht nutzen.

Weitere Korrosionsschäden erwartet

Seit Dienstag, 12. August, ist die Brücke auch für Autos wieder geöffnet. „Wir werden sie am Abend freigeben“, sagte Gisbert Soldat, Leiter der städtischen Abteilung „Konstruktiver Ingenieurbau“, am Dienstagnachmittag. Zu Ergebnissen der Untersuchung wollte er sich vorerst nicht äußern. „Eklatante Neuschäden“ erwartet die Stadt nicht. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass sich die Korrosionsschäden seit der letzten Kontrolle vor drei Jahren verschlimmert haben.

Die Pontonbrücke verbindet Bochum-Dahlhausen, Hattingen-Niederwenigern und Essen-Burgaltendorf miteinander. 3500 Autos passieren sie pro Tag. Dem Verkehr ist sie schon lange nicht mehr gewachsen. Für Schwerlastverkehr ist die Brücke gesperrt, auch Busse dürfen sie nicht mehr befahren. Das hat für das Ruhrgebiet mit seinen ineinander übergehenden Städten skurrile Folgen: Fahrgäste müssen an der Stadtgrenze aussteigen und die Ruhr zu Fuß überqueren, um auf der anderen Fluss-Seite in einen zweiten Bus zu steigen.

Die Stadt Bochum und der Kreis Ennepe-Ruhr teilen sich die Unterhaltungskosten.

 
 

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