Opel-Händler in Bochum spüren trotz Imageschaden keinen Absatzrückgang

Obwohl kaum einer auf General Motors gut zu sprechen ist: Opel-Händler in Bochum betonen, dass die Verkaufszahlen 2013 bisher nicht zurückgegangen sind.
Obwohl kaum einer auf General Motors gut zu sprechen ist: Opel-Händler in Bochum betonen, dass die Verkaufszahlen 2013 bisher nicht zurückgegangen sind.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Der Marktanteil von Opel im Ruhrgebiet ist in der Langzeitperspektive geschrumpft. Die jüngsten Negativ-Schlagzeilen rund um das Aus in Bochum im Jahr 2014 spüren die Händler vor Ort bei ihren Verkaufszahlen aber offenbar noch nicht. Für den Auto-Experten Dudenhöffer sind Neuwagenkäufer hingegen Mangelware.

Bochum. Die Langzeitdaten sind schlecht: Der Marktanteil von Opel ging im Ruhrgebiet zwischen 2007 und 2013 von 15,1 auf 8,9 Prozent zurück. Das Aus für Opel in Bochum soll 2014 erfolgen, auf den Mutterkonzern ist vor Ort kaum einer gut zu sprechen.

Und es gibt einen deutlichen Rückgang der Neuwagenkäufer in den ersten drei Monaten 2013. Man könnte glauben, die heimischen Opel-Händler rasten ungebremst in eine Absatz-Katastrophe. Doch dem ist anscheinend nicht so.

Fahrzeuge werden oft als Tageszulassung verkauft

„Ich kann für uns nicht bestätigen, dass die Verkaufszahlen in diesem Jahr zurückgehen,“ erklärt Björn Harmening, Juniorchef bei der Emil Pieper KG. Der Opel-Händler rechnet, „so wie 2012“, mit rund 300 verkauften Neu- und Gebrauchtwagen 2013. Viele Stammkunden sorgten für eine solide Entwicklung.

„Schon seit Jahren wird mit Aktionen gearbeitet, um die Kunden zu gewinnen“, entgegnet Björn Harmening auf die Frage nach einem immer gnadenloser werdenden Preiswettbewerb. Etwa die Hälfte der verkauften neuen Fahrzeuge werde mit einer Tageszulassung oder als Vorführwagen - und damit deutlich unterm Listenpreis für Neufahrzeuge - verkauft.

Lieferfristen bis Ende 2013

Der entscheidende Grund für den offenbar ungebremsten Autoabsatz bei der Emil Pieper KG wird auch beim großen Opel-Händler-Konkurrenten, bei Feix Meures genannt: Es sind drei neue Opel-Modelle: Der Mokka, der Adam und das Cabrio Cascada. Geschäftsführer Wolfgang Meures: „Für den Mokka haben wir teilweise Lieferfristen bis Ende 2013, einige der zweifarbigen Adam-Modelle könnten erst nach den Werksferien geliefert werden.

Meures kann die im Mai von Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer (Uni Duisburg-Essen) ermittelten Zahlen fürs erste Quartal 2013 für sein Unternehmen „nicht bestätigen“. Dudenhöffer hatte für Opel einen weiteren Rückgang des bundesweiten Marktanteils bei Neuwagen auf 4,9 Prozent ermittelt (2012 waren es 5,2 Prozent, 2006 waren es sogar noch 8 Prozent).

Rund 2500 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge

Rund 2500 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge pro Jahr verkauft Feix Meures in sechs Niederlassungen (vier in Bochum, je eine in Witten und Hattingen). Wolfgang Meures prognostiziert für 2013, dass der Absatz für Opel-Fahrzeuge gehalten werden kann. Für die zweite Marke (Ford) im Haus geht Meures sogar von mehr verkauften Fahrzeugen als im Jahr 2012 aus.

 
 

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