Opel-Aus kostet Bochum Übernachtungsgäste

Andreas Rorowski
Die Opel-Werksschließung hat sich negativ auf die Zahl der Übernachtungen in Bochum ausgewirkt.
Die Opel-Werksschließung hat sich negativ auf die Zahl der Übernachtungen in Bochum ausgewirkt.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Um 1,7 Prozent zurück gegangenen ist die Zahl der Übernachtungen in Bochum im vergangenen Jahr. Kultur-Pakete sollen den Tourismus ankurbeln.

Bochum. Starlight Express, Messen, Museen, der VfL – es gibt viele gute Gründe für Touristen, um nach Bochum zu kommen. Nach dem Rekordjahr 2013 (635.523) verzeichnet die Stadt im Vorjahr mit 624.786 Übernachtungen trotz eines leichten Rückgangs um 1,7 Prozent erneut ein Ergebnis auf hohem Niveau.

Sie ist hinter Essen und Dortmund für Besucher weiterhin die drittattraktivste Stadt im Revier. Ein Ergebnis, dass Mario Schiefelbein zufriedenstellt. „Aber es gibt noch Luft nach oben“ sagt der Geschäftsführer von Bochum-Marketing.

Unternehmen gehören zu den großen Besucher-Bringern

Und nicht nur das. Kompensieren müssen das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie private Vermieter mit insgesamt 4000 Betten die Werksschließung bei Opel. Die habe, obwohl erst im Dezember vollzogen, schon 2014 für einen Teil des Rückgangs der Übernachtungen gesorgt, weil der Autobauer weniger Schulungen abgehalten hat. 2015 wird dies noch stärker durchschlagen.

Unternehmen gehören zu den großen Besucher-Bringern. Nicht auszudenken, so Schiefelbein, BP hätte sich für die zwischenzeitlich im Raum stehende Verlagerung des Aral-Hauptsitzes aus Bochum entschieden. Es hätte zum Beispiel den Besuch ausländischer Gäste deutlich reduziert. Dass die meisten Übernachtungen ausländischer Gäste auf Besuch aus Großbritannien entfällt (13.140), liegt vornehmlich an BP.

Freizeit und Unterhaltung hat für den hiesigen Tourismus eine große Bedeutung. Aber nach den Vorstellungen von Mario Schiefelbein muss draußen in der Republik ankommen, dass Bochum mehr als das Musical Starlight-Express zu bieten hat und das auch die Bilder, die Herbert Grönemeyer in seinem Kultsong „Bochum“ geprägt habe, „so nicht mehr stimmen. Wir wollen neue Bilder kreieren“, sagt der Marketing-Chef. Dieser Tage bemüht sich der 49-Jährige darum bei der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin, wo sich die Städte der Metropole Ruhr gemeinsam präsentieren.

Potenzial sieht er vor allem auf zwei Feldern im Bereich Individualtourismus: Er will mehr Radtouristen in die Stadt locken. „Und ich baue auf die Kultur. Dafür müssen wir Pakete schnüren.“. Schauspielhaus, das Museum unter Tage oder das neue Musikzentrum gehören ebenso dazu wie etwa das Bergbaumuseum, das jährlich 400.000 Besucher verzeichnet. Wer dort auf den Spuren der industriellen Vergangenheit Bochums und der Region ist, bleibt zwar in der Regel nicht über Nacht. Aber in der Kombination mit weiteren Angeboten, so ist der Plan, könnten ein oder zwei Übernachtungen daraus werden.