Vom Essen und Leben unter Tage

In der Fördermaschinenhalle des  Industriemuseums Zeche Hannover in Bochum-Hordel fand jetzt die Feier anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fördervereins Zeche Hannover statt. Es sprach NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider.
In der Fördermaschinenhalle des Industriemuseums Zeche Hannover in Bochum-Hordel fand jetzt die Feier anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fördervereins Zeche Hannover statt. Es sprach NRW-Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Ausstellungen auf Zeche Hannover. Zwei Jubiläen im Industriemuseum: Fördermaschine wird 125 Jahre alt, Förderverein des Museums besteht seit 25 Jahren. Minister Guntram Schneider gratuliert

Nord..  Das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover hat in diesem Jahr gleich doppelten Grund zum Feiern: Die große Fördermaschine, das Herzstück der Ausstellung, wurde 125 Jahre alt. Und auch der Förderverein des Museums hat Geburtstag: Seit 25 Jahren unterstützen seine Mitglieder den Wandel der Zeche zu einem modernen Museum und Industriedenkmal. Davon zeugt auch die neue Sonderausstellung, zu deren feierlichen Eröffnung Guntram Schneider (SPD), Minister für Arbeit und Soziales, seine Grußworte sprach.

In seiner Rede dankte Schneider dem Förderverein und der Museumsleitung im Namen der Landesregierung für ihre Arbeit. Da das Museum der Zeche Hannover sich in den letzten Jahren mit ihren Sonderausstellungen einen Schwerpunkt auf Migrationsgeschichte setzte, erinnerte Guntram Schneider an die aktuelle Situation des „Schmelztiegels“ Ruhrgebiet: „Wir wollen kulturelle Vielfalt, weil diese eine Bereicherung ist für alle, die hier leben.“

Besonders freue er sich deshalb, dass auch die Alltagskultur der Bergleute in das Konzept der neuen Ausstellung mit eingeflossen sei. Interessant fände er dabei vor allem die unterschiedlichen Esskulturen der immigrierten Arbeiterfamilien. Neben Alltagsgegenständen wie Porzellan, der typischen Seife der Bergleute oder etwa den Bergbüchern, in denen die Einsätze auf verschiedenen Zechen dokumentiert wurden, erzählen große Tafeln die Hintergründe der Geschichte: von den Anfängen über die dunklen Kapitel der Zwangsarbeit während der Weltkriege, bis hin zum kinderfreundlichen Museum und dem fröhlichen Vereinsleben des Förderers.

Ihnen sei es auch zu verdanken, dass die Zeche Hannover 2001 ihren einzigartigen Spielplatz „Zeche Knirps“ erhalten habe, erzählte Museumsdirektor Dirk Zache. Ehemalige Bergleute des Vereins hätten ihre eigenen Erfahrungen einfließen lassen, um den Kinder-Stollen möglichst maßstabsgetreu zu gestalten. Zache: „Ich glaube, selten einen so pädagogisch wirksamen Spielplatz gesehen zu haben.“ Mit diesem Lob bleibt Zache nicht allein. Auch Minister Guntram Schneider betonte: „Ich denke, es ist notwendig, dass wir schon die ganz Kleinen an unsere Industriekultur heranführen.“

Für die Größeren indes ist die Dampffördermaschine eine der Hauptattraktionen im Museum. 1893 ging sie in Betrieb. Heute ist sie die wohl älteste Fördermaschine des Ruhrgebiets, die an ihrem Originalstandort erhalten ist.

 
 

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