Seniorenheim-Bewohner liefern Krimivorlage

Karin Heuser (links) unterhält sich mit Seniorenheim-Bewohnerin Rosemarie Schmidzeck. Auch diese steuerte Satzfragmente zum gleichnamigen Krimi bei, der in Harpen spielt.
Karin Heuser (links) unterhält sich mit Seniorenheim-Bewohnerin Rosemarie Schmidzeck. Auch diese steuerte Satzfragmente zum gleichnamigen Krimi bei, der in Harpen spielt.
Foto: Gero Helm
Karin Heuser (72) schreibt Roman, der auf Satzfragmenten von Seniorendes Wichern-Hauses basiert. Drei Morde passieren in Harpen.

Harpen..  Ein Mord in einer fiktiven Villa am Bockholt, wo normalerweise nur die Maikerls aus Bochum ihre Eiche ausgraben. Die Kripo hat zukunftsweisend ihre Büros im Alten Amtshaus. Die albanische Mafia betreibt in einer ehemaligen Gaststätte ein illegales Glückspielcasino. Im Erstlingswerk „Satzfragmente“ von Karin Heuser steht ihr Heimatstadtteil mit Menschen voller krimineller Energien im Fokus.

Doch nicht nur das Lokalkolorit des Krimis, der auch Abstecher ins Ehrenfeld, nach Langendreer und in den Ruhrpark unternimmt, lässt aufhorchen. Die 72-jährige Autorin schmunzelt spitzbübisch: „Ich habe für die Geschichte rund um die Ermittlungen von Kriminalhauptkommissarin Carlotta Voss zuvor zwölf witzige und skurrile Zitate und Satzfragmente von Bewohnern des Wichern-Hauses gesammelt.“ Anlass war im Frühjahr eine Krimikurzgeschichte, die die ehrenamtliche Helferin im Altenpflegeheim des evangelischen Johanneswerks für die Heimzeitung schreiben wollte.

„Der Mörder kommt aus dem Kamin im Schornsteinfegerkostüm“

Die Hausbewohner waren die Stichwortgeber. „Von mir stammt der Satz: ,Der Mörder kommt aus dem Kamin im Schornsteinfegerkostüm’“, sagt lachend Wichern-Hausbewohnerin Rosemarie Schmidzek. Auch ein anderer, für den Krimi wichtiger Satz, ist von ihr: „Außerdem hat er eine Narbe schräg über dem Auge.“ Die 75-Jährige, die früher am Alten Bahnhof in Langendreer lebte, ist begeistert, nun Teil eines Buches zu sein.

Für Karin Heuser gab’s zunächst ein Problem: „Wie bekomme ich alle diese Zitate in der Kurzgeschichte für die Wichern-Haus-Zeitung (WHZ) unter?“ Lösung: Die Satzfragmente ziehen sich wie ein roter Faden durch den Beitrag. Doch der stellte die 72-jährige Krimiliebhaberin nicht zufrieden. So entstand mit Hilfe der Stichwörter auch der knapp 200-seitige Roman. Im Wichern-Haus präsentiert sie ihn im Rahmen des Weihnachtsbasars am Samstag (19.) ab 14 Uhr.

Ermittlerin Carlotta steht vor einem dreifachen Problem

Den wichtigsten Begriff zum Buch steuerte Senior Horst König bei: „Calabia Kuka“. Das schrieb jemand auf die Stirn des ermordeten ehemaligen Bankdirektors Andreas Niedermann. Dessen Tod sollte eigentlich wie ein Unfall aussehen. Ermittlerin Carlotta steht vor einem dreifachen Problem: „Wer ist der Mörder? Wer schrieb die Wörter auf die Stirn? Und: Was bedeutet das eigentlich?“

Während der Ermittlungen gibt es zwei weitere Tote, eine Liebesgeschichte der grünäugigen Kommissarin sowie weitere Verwicklungen. Heuser denkt schon über eine Fortsetzung zu ihrer Figur Carlotta Voss nach. Heimbewohnerin Rosemarie Schmidzek macht gerne wieder mit.

Tochter Katrin übernahm Lektorat und Layout

„Satzfragmente“ von Karin Heuser erschien im Eigenverlag als Taschenbuch und E-Book.
Für die Autorin Heuser war das Schreiben des Erstlingswerks eine neue Erfahrung. Das begann mit dem Buchaufbau und setzte sich mit der Recherche und dem Handhaben eines Schreibprogramms auf dem Computer fort.
Tochter Katrin übernahm das Lektorat und das Layout.

 
 

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