Potenzial der Speckschweiz wecken

Sabine Vogt
Erster Aufschlag: Im Haus Stang wurde die Interessengemeinschaft Speckschweiz gegründet
Erster Aufschlag: Im Haus Stang wurde die Interessengemeinschaft Speckschweiz gegründet
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Interessengemeinschaft für das Wohnviertel gegründet.Rundgang soll Sanierungsbedarf ermitteln

Hamme. Für die Bewohner gilt ihre „Speckschweiz“ als eigenständiges Viertel. Mehr als 20 Jahre ist es her, dass die wohl umfangreichste Stadtsanierung Bochums abgeschlossen wurde. Rund um die Hofsteder Straße wurden hierbei Industrien ausgesiedelt, Hinterhöfe entkernt und neue Plätze und Grünflächen geschaffen. Mittlerweile ist es wieder etwas ruhiger im Viertel geworden. Das dies nicht so bleiben muss, und dass das Quartier immer noch als interessant gilt, hat nicht zuletzt das Kunstprojekt „Rundlauf“ im letzten Jahr gezeigt.

Um diesen dabei entstandenen Schwung aufzunehmen, hat die SPD-Schmechtingtal nun die Gründung einer Interessengemeinschaft für das Viertel initiiert. Dieser Initiativkreis soll Probleme der Bewohner aufgreifen und bei ihrer Lösung helfen, Engagement bündeln und Netzwerke im Quartier bilden.

Diese neue Interessengemeinschaft wird überparteilich und für alle engagierten Bürgerinnen und Bürger offen sein, so betont Hans Hanke.

Einhelliger Tenor beim Auftakt-Treffen war, dass es sich beim Viertel zwischen Dorstener und Herner Straße um ein ganz besonderes Quartier mit viel Potenzial handelt, das es zu wecken gelte. Erste konkrete Ergebnisse sind eine Mailingliste und eine Ortsbegehung am 7. März, 15 Uhr, ab Bürgerplatz. Dabei sollen alle städtebaulichen Probleme, aber auch Wünsche der Anwohner unter die Lupe genommen werden.

„Wir wollen uns an der Hammer Runde orientieren“, sagt Hans Hanke. Also zunächst soll ermittelt werden, wo der Schuh drückt. „Schließlich war die Speckschweiz einst ein Vorzeigeviertel. Wir müssen also gucken, welche Sanierungskonzepte möglich sind.“ Hanke nennt etwa den Bürgerplatz, dessen Oberflächen marode sind. Seit langem ist geplant, dort eine Seniorenwohnanlage zu schaffen.

Etliche Grünanlagen seien heruntergekommen, an der Schmechtingstraße verfaulten die Hochbeete, Bäume im Quartier wurden gefällt ohne Ersatz. Elvira Rühlemann ergänzt: „Und der dortige Brunnen wurde vor eineinhalb Jahren durch Vandalismus zerstört und führt deshalb bis heute kein Wasser.“

Jugendliche brauchten einen Treffpunkt, findet sie. Früher habe es hier eine rührige Partyszene gegeben mit ausreichend Anlaufpunkten. Die Initiatoren wollen vor allem auch die Geschäftsleute, Schulen und Kindergärten mit ins Boot holen, Café- und Gaststättenbetreiber zum Mitmachen ermuntern. Hans Hanke: „Denkbar wäre auch eine Begegnungsstätte, die in leerstehenden Wohnungen eingerichtet werden könnte – Ansatzpunkte für Veränderungen unserer Speckschweiz gibt’s genug.“