Party an der Maarbrücke einfach „um die Ecke“ gelegt

Die Anwohner der Straße An der Maarbrücke feierten diesmal auf einem Hinterhof.
Die Anwohner der Straße An der Maarbrücke feierten diesmal auf einem Hinterhof.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Straßenfest an der Maarbrücke muss diesmal auf einem Hinterhof gefeiert werden – aus bürokratischen Gründen. Der guten Stimmung schadet das aber nicht

Goldhamme.  „Beim Verein Maarbrücke muss man manchmal um die Ecken gucken, damit man nichts übersieht“, sagt Regina Hölling. Mit ihrer Tochter Friederike Fehlauer (13) ist sie aus Altenbochum gekommen – mit der „Ve­Love“-Fahrradtour des Natur-Festivals. Eine Station dieser Aktion durch die Bochumer Innenstadt ist die Straße „An der Maarbrücke“ in Goldhamme.

Um die Ecke gucken muss man auch diesmal. Denn das 18. Straßenfest der Maarbrücke musste aufgrund einer fehlenden Straßensperrung kurzerhand hinter das Haus An der Maarbrücke 28 verlegt werden. „17 Jahre lang haben wir mit offizieller Straßensperre und Flatterband gefeiert“, sagt Peter Kaufung, Mitbegründer des Vereins. „Diesmal ist das am Kleingedruckten gescheitert.“

So stehen Bühne und Zapfanlage diesmal auf dem Garagenhof, der an den Garten grenzt. Wobei der Garten eine 1000 Quadratmeter große Fläche aus Hof, Obstgarten mit Baumhaus, Sofas und Gemüsebeeten ist. „Bochum hat eine super Hinterhofkultur“, sagt Kaufung. Das Fest der Maarbrücke – im improvisierten Format – ist dafür das beste Beispiel.

Nicht hipp, aber ein äußerst lebenswertes und kommunikatives Viertel

„Wir improvisieren heute auf der Bühne genauso wie das ganze Fest improvisiert werden musste“, sagt Udo Höppner, der lediglich einen Teil seines erst vor kurzem gegründeten Künstlerkollektivs „Cowgirls in the sand“ mitbringen konnte. „Aber wir sind ja kreativ“, sagen die Szene-Musiker aus dem Griesenbruch.

„Damit die Kultur nicht ausstirbt, spielen wir die Lieder unserer Vorfahren“, erklärt Yalçın Karakuş, Musiklehrer aus Herten, der Bağlama und Saz unterrichtet. Seine Vorfahren kamen von der türkischen Schwarzmeerküste. „Unsere auch! Obwohl wir Griechen sind“, sagt Despina Kiriakidou, die mit ihrem Bruder Dimitri ebenfalls zur Band gehört. Karakuş war bereits vier Mal zu Gast beim Straßenfest, seine Tante lebt in Goldhamme. „Diesmal wollte ich unbedingt mal auftreten.“

„Der Stadtteil bewegt mich immer wieder“, sagt Christel Schroeter (61), die im Westend geboren ist und dort in einem Familienhilfezentrum der Ifak arbeitet. Heute hat sie Riesenseifenblasen und eine Button-Maschine für Kinder mitgebracht. Ein großer Spaß für die kleinen Besucher.

„Das ist hier kein hippes Viertel“, sagt Andreas Grande, der seit 17 Jahren An der Maarbrücke wohnt und Vereinsmitglied ist. „Aber man redet miteinander. Viele Nationalitäten leben miteinander. Das ist schon gut hier.“

 
 

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