Öder Spielplatz wird zur Bühne

Der Verein Stadtverwalter startet seine nächste Sommeraktion auf dem Spielplatz an der Neustraße. Gesucht werden Ideen für Neunutzungen der Fläche; Bild  v.l. Bengt-Olaf und Yvonne Weichsel, Ulrike Seybold, Nicola Henning und Veronika Zoller den Spielplatz.
Der Verein Stadtverwalter startet seine nächste Sommeraktion auf dem Spielplatz an der Neustraße. Gesucht werden Ideen für Neunutzungen der Fläche; Bild v.l. Bengt-Olaf und Yvonne Weichsel, Ulrike Seybold, Nicola Henning und Veronika Zoller den Spielplatz.
Foto: WAZ Fotopool

Mitte..  „Höflichkeiten“, so überschreibt der Verein „Stadtverwalter“ seine diesjährige Sommeraktion, bei der über mehrere Wochen hinweg der Spielplatz an der Neustraße zum Zentrum von Spiel, Kunst, Spaß und Unsinn werden soll.

Es wird dies das dritte große Projekt der Stadtverwalter, nach „Dekoration“ des Fußgängertunnels an der Herrmannshöhe und „Verkehrte Wald“ im Rechener Park. Ziel ist stets, vernachlässigte Räume in der Stadt mit ungewöhnlichen Ideen zu beleben. Dem Spielplatz Neustraße mit „Höflichkeiten“ zu begegnen, assoziiert Wortspiele. „Es ist mehr wie ein Hinterhof, dieser zentral gelegene Spielplatz ist kaum bekannt“, erklärt Nicola Henning vom Vorstand der Stadtverwalter.

Grünflächenamt und Kinderbüro zeigen sich angetan von der Idee, diese Fläche ab Mai künstlerisch zu bespaßen. Am Mittwochabend gab es ein erstes Treffen, um vor allem Ideen zu sammeln, die Bürger dort umsetzen wollen. Marc Pattmann vom Kinderbüro war dabei: „Dieser Spielplatz steht seit langem in der Diskussion; ehedem war er ein Treff für Drogenabhängige, doch das ist lange vorbei. Heute gibt’s ganz unterschiedliche Nutzungen. So kommen Jugendliche, um ,vorzuglühen’, ebenso wie Eltern mit ihren Kindern. Ein Umbau ist bislang nicht erfolgt, weil es keine eindeutige Lösung gibt.“

Street-Art-Aktion mit kleinen Kindern geplant

Die Spielplatzpatin jedenfalls hat bereits die Idee, eine Street-Art-Aktion mit kleinen Kindern zu machen. Ferner kamen die Vorschläge, ein Wochenende lang den Platz zum Kunstraum umzuwandeln. Andere wollen dort ein Open-Air-Kino einrichten, einen „Halunkenabend“ mit Glücksspielen veranstalten, Theater inszenieren, Konzerte geben, Zirkus machen. Zudem gibt’s bereits die Vorschläge, Chöre zwischen Rutsche und Kletterstange schmettern zu lassen, ein Spielemobil für Erwachsene anzubieten, Lehrer Peter Beckmann will „Totentänze“ machen – Mobile in die Bäume hängen. Beifall gab’s für die Idee, mit Jugendlichen einen „Vandalismus-Spieletag“ zu inszenieren. Auch „Fensterlesungen“ aus den gegenüberliegenden Wohnhäusern gehören zu reizvollen Einfällen, sofern die Bewohner mitspielen (Romeo und Julias Balkonszene aus dem 2. Stock).

„Mit unseren Projekten wollen wir zeigen, dass die Leute vieles selbst auf die Beine stellen können; dann identifizieren sie sich auch mehr mit ihrer Stadt“, sagt Nicola Henning. Der Verein gibt dabei jeweils nur den Rahmen vor und koordiniert die Aktionen über die Sommermonate. Diesmal soll es freier zugehen als bei den vorangegangenen Aktionen, da die Beiträge ohne Vorgaben eingebracht werden können.

Auftakttermin für die „Höflichkeiten“ ist mit einem Frühstück am 9. Mai, 10 Uhr, im Rahmen des N.A.T.U.R.-Festivals.

 

EURE FAVORITEN