Marienstift eröffnet Internet-Café

Gerhard Grosch hat bereits fundierte Vorkenntnisse. Hier testet er den Computer im neuen Internet-Café im Marienstift (hinten Brigitte Rediker).
Gerhard Grosch hat bereits fundierte Vorkenntnisse. Hier testet er den Computer im neuen Internet-Café im Marienstift (hinten Brigitte Rediker).
Foto: WAZ FotoPool
Mitarbeiter des Seniorenheims räumten ihren Raucherraum für eine neue Computer- und Leseecke. Sozialer Dienst bietet Anfängern Kurse an

Mitte.  Anfangs sind die Bewohner noch etwas zögerlich. Sabine Timmer, stellvertretende Leiterin des Marienstiftes, ermuntert die Männer und Frauen, sich an die Computer zu setzen: Das Seniorenheim an der Humboldtstraße hat ein Internet-Café eingerichtet.

Kontrastfarbene Tastatur

„Dafür verzichten die Kollegen gern auf ihren ehemaligen Raucherraum“, erklärt sie bei der Eröffnung, was Gerhard Grosch aus dem Hintergrund humorvoll kommentiert mit: „Glaub’ ich nicht.“ Leicht fiel es ihnen wohl nicht: Gut 100 Mitarbeiter kümmern sich hier um 85 Bewohner, und laut Sabine Timmer sind die Hälfte von ihnen Raucher. „Wir haben das im Team abgesprochen, und alle waren sich einig. Den die Pläne für ein Internet-Angebot hegen wir schon länger.“ Zunächst zwei PC aus eigenem Bestand mit besonders großer und kontrastfarbener Tastatur stehen nun im Ex-Rauchertreff. Gerhard Grosch rutscht mit seinem Rollstuhl nah heran, ganz in seinem Element: „Ich habe meinen Computer von zu Hause nicht mitnehmen können, als ich vor vier Jahren hier einzog. Werde wohl neu anfangen müssen“, ergänzt er bescheiden. Auch einige andere Bewohner haben Vorkenntnisse, andere fangen bei Null an. Dazu bietet der Soziale Dienst im Hause Kurse an, in denen die Senioren die Grundzüge im Umgang mit dem Computer lernen können. Schon am ersten Tag meldeten sich vier Leute an. Linda Ströver vom Sozialen Dienst erklärt: „Wir wollen vorerst einmal pro Woche dienstags die Leute vormittags unterrichten. Wenn die Nachfrage steigt, können wir das Kursangebot ausweiten.“

„Sie können chatten lernen und sich Email-Konten anlegen. Das Internet-Café wird 24 Stunden zugänglich sein. ich rechne schon damit, dass künftig auch nachts um 11 Uhr noch Leute am PC sitzen“, meint Sabine Timmer.

Die Internet- und Leseecke bekam auch gleich einen Namen: Auf Vorschlag von Christel Welsch einigen sich die Bewohner auf „Mußestübchen“.

Eigentlich hatte das Marienstift-Team schon im vergangenen Jahr gern das Internet-Angebot verwirklicht, doch im Alltagsgeschäft rückten die Pläne in den Hintergrund. Die stellvertretende Leiterin sagt: „Einige Bewohner haben schon ihren Laptop auf dem Zimmer; doch wir finden einfach, dass dieses Medium allen Senioren nahegebracht werden sollte.“

Dass das Interesse an moderner Technik durchaus groß ist, konnten die Mitarbeiter schon an den vielen Spielern ablesen, die sich um die Wii-Konsole scharrten, als eine angeschafft wurde. Wenn die Internet-Kurse gut laufen, könnte das Computerangebot auch ausgebaut werden.

 
 

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