Laub behindert Läufer und Spaziergänger

Laubberge fegt Wilfried Paulner aus dem Weg. Im Hintergrund: Christian von Gradowski und Renate Werner mit ihren Hunden.
Laubberge fegt Wilfried Paulner aus dem Weg. Im Hintergrund: Christian von Gradowski und Renate Werner mit ihren Hunden.
Foto: icho Herrmann
Winfried Paulner vom DJK Preußen 1991 reinigt seit 16 Jahren öffentlichen Weg an den Grummer Teichen. Seine Kritik: „Stadt pflegt das Teilstück nicht“.

Grumme..  Seit 16 Jahren greift Winfried Paulner, Vorsitzender des Sportvereins DJK Preußen 1911, im Herbst zum Besen: Er reinigt die etwa 450 Meter lange öffentliche Straße vom Parkplatz Böckenbergstraße bis hinunter zu den Grummer Teichen (Weg am Kötterberg).

Paulner ist sauer. Vor allem, nachdem er jüngst auf dem nassen Laub ausrutschte und sich Schulter und Knie prellte. Der SPD-Bezirksvertreter im Bochumer Norden fragte und recherchierte bei mehreren Verwaltungsstellen. Seine Reaktion: „Da wiehert der Amtsschimmel: Keinem ist aufgefallen, dass dieses Teilstück eines öffentlichen Weges nicht gepflegt wird.“ Die kleine Straße gehört verwaltungstechnisch zum Bezirk Nord. Um die Grün- und Straßenpflege entlang der Teiche aus einer Hand zu ermöglichen, gab die Bezirksverwaltung diesen oberen Zipfel der Grummer Teiche an den Bezirk Mitte ab. Dieser beauftragte das Grünflächenamt mit der Pflege. „Irgendwie kam diese Entscheidung, alles zusammen zu pflegen, beim Bodenpersonal nicht an“, ärgert sich der 58-Jährige.

„Ich muss doch die Läufer in meinem Verein vor Verletzungen schützen“

Er schlägt deshalb, bis die Sache eine Klärung findet, weiterhin mit seinem Besen eine 60 Zentimeter breite Schneise durch das nasse Laub. „Ich muss doch die Walker und die Läufer in meinem Verein vor möglichen Verletzungen schützen“, erklärt er.

Dies war im Jahr 2000 auch Auslöser für die erste Besenaktion. Seitdem fegt Paulner während das Laub fällt sowie bei Schneefall in Besenbreite das Wegstück. Nur 2015 nicht. „Da bat ich nach meinen schweren Knieoperationen den Bezirk Nord um die Pflege“, erinnert er sich. „Irgendwann war der Weg dann auch mal gereinigt.“ In 2016 jedoch nicht mehr.

Die Steigung gilt als der gefährlichste Abschnitt

Der ehemalige Feuerwehrmann erhält bei seinem Einsatz viel Zuspruch. „Super, dass der Weg hier nicht mehr so rutschig ist“, erklären Marius und Jörg Kirsch, während sie vorbeilaufen.

„Wir ärgern uns regelmäßig, dass dieses Wegstück so ungepflegt und derzeit so gefährlich ist“, sagen wiederum Christian von Gradowski und Renate Werner, die mit ihren Hunden unterwegs sind. Alles anderen Strecken unterhalb seien gut in Schuss. Vor allem die Steigung sei der gefährlichste Abschnitt. Paulner stimmt zu: „Ich möchte, dass meine Leute hier unbeschadet laufen können.“

Stadtsprecherin Tanja Wißing erklärt: „Die Böckenbergstraße ist in diesem Abschnitt als reine Parkanlage Teil des Grünzugs Nord.“ Die Laubreinigung der Wegflächen finde durch die Betriebsstelle des Technischen Betriebs an der Herner Straße zwei- bis dreimal in der Saison statt. Das gelte auch für alle anderen Grünanlagen im Einzugsbereich. „Generell häufigere Reinigungen lassen die Kapazitäten und Sparauflagen schlicht nicht zu.“ Einen Winterdienst gebe es nicht.

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