Konzert ehrt legendäre Komponisten

Der Berliner Schumann-Chor begeisterte sein Publikum  in der Christuskirche.
Der Berliner Schumann-Chor begeisterte sein Publikum in der Christuskirche.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Robert-Schumann-Chor aus Berlin zu Gast in der Christuskirche. Über 100 Besucher verfolgen abwechslungsreiches Programm für drei Großmeister

Gerthe..  Chorwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und von Robert Schumann: Der Robert-Schumann-Chor aus Berlin-Spandau präsentierte bei seinem Gastkonzert in der Gerther Christuskirche ein umfangreiches Programm mit Liedern der deutschen Romantik.

Das Besondere daran war nicht nur die kunstvolle und ausgefeilte Darbietung der Werke durch den 16-köpfigen Chor unter der Leitung von Jens Hofereiter. Moderator Otward Lönnies (zugleich Basssänger im Chor) zeigte außerdem auf, dass Schumann die beiden anderen Komponisten, deren Werke hier erklangen, kannte, und dass sie sich gegenseitig inspirierten: den fast gleichaltrigen Mendelssohn Bartholdy als Gast im Hause von Schumanns späterer Ehefrau Clara Wieck um 1835 in Leipzig sowie Schumanns Wirken als „väterlicher“ Förderer der Karriere von Brahms ab 1853 in Düsseldorf. Letztere Beziehung blieb mit Clara Schumann weit über den Tod des Komponisten im Jahr 1856 bestehen. „Diese Freundschaften fanden maßgeblich Eingang beim Erarbeiten unseres Konzertprogramms“, so Jens Hofereiter.

Die über 100 Besucher hörten eingangs vier Lieder von Mendelssohn Bartholdy. Diese brachen bereits das Eis beim Publikum, wie der immer stärker werdende Applaus zeigte.

Vierstimmig gesungene Lieder von Schumann – allen voran das „Heideröslein“ (Text des gleichnamigen Gedichts von Goethe) – folgten. Das Publikum ging aufmerksam mit bei der gelungenen Gesangsdarbietung. Das galt auch für die Ausführungen von Lönnies. Dieser nutzte die insgesamt sechs Stücke als Sprungbrett für Entwicklungen im bewegten Leben Robert Schumanns.

Mit mal heiteren, mal tragenden Liedern von Brahms endete das Konzert. Den doppelsinnigen Schlusspunkt setzten dessen „Abendlieder“ sowie das „Nachtlied“ von Heinrich von Herzogenberg, ein Freund der Witwe Clara Schumann.

Die doppelte Zugabe hieß „Glück auf“. Erst sang der Chor, dann – auf Anregung von Gemeindepfarrer Johannes Romann – das Publikum. Aus dem kunstvollen Gesang mit – vor allem – hellen Frauenstimmen wurde ein von Männern dominiertes Brummen.

Der Robert-Schumann-Chor wirkte zudem mit einer Messe von Johann Wenzel Kalliwoda am Gottesdienst in der Christuskirche mit. Ein weiterer Auftritt folgte im Maschinenhaus der Zeche Zollern in Dortmund. Die Idee zur Konzertreise ins Ruhrgebiet hatte die gebürtige Bochumerin und Chorsängerin Christa Lefelmann. Mitsängerin Bärbel Hohenwaldt organisierte alles.

 
 

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