Kleingärtner legt Park für Kitas an

Kinder entdecken in der Riemker Schrebergartenanlage am Tippelsberg eine Wildblumenwiese. Alina und ihre Freundinnen Hildsa, Theresa und Lena pflücken Blumen.
Kinder entdecken in der Riemker Schrebergartenanlage am Tippelsberg eine Wildblumenwiese. Alina und ihre Freundinnen Hildsa, Theresa und Lena pflücken Blumen.
Foto: FUNKE Foto Services
Kleingärtner Manfred Arnold hat in Riemke einen besonderen Garten angelegt.Das bunte Paradies soll Kindergärten und Schulen für Führungen zugänglich sein

Riemke.  Aufgeregt rennt die fünfjährige Alina durch das wilde Beet, um die Farbenpracht in ihrem Blumenstrauß noch zu vergrößern. Den neuen Garten des Kleingartenvereins KGV Bochum-Riemke findet sie großartig: „Weil die Blumen hier so schön aussehen!“ Und auch Manfred Arnold ist stolz auf sein neues Kleinod. In diesem Frühjahr hat er auf einer freien Parzelle des Vereins einen Wildblumenpark angelegt.

Die Idee dazu kam ihm im Gespräch mit einer Kindergärtnerin: „Die bedauerte, dass wir hier keine Blumen mehr haben.“ Auch für Manfred Arnold sind die Gärten oft zu steril, und so entstand die Idee vom Wildblumenparadies. Auf 350 Quadratmetern finden sich 30 verschiedene Steinobstbäume und eine Vielzahl wilder Grazien, vom Klatschmohn bis zum Hahnenfuß. Den Garten möchte der Vorsitzende durch Führungen für die örtlichen Kindergärten und Schulen zugänglich machen. So will er den Kindern die Natur näher bringen, die ihnen oft fehlt.

Was einfach klingt, ist schwere Arbeit. „Es braucht schon einen Profi, um Wildblumen zu pflanzen“, so der 58-Jährige. Denn zwischen die Blüten soll kein Unkraut geraten, hier muss klar unterschieden werden. Trotz wilder Blumen braucht ein solcher Garten eine gewisse Ordnung, es sollen nur auserlesene Kräuter und Gräser wachsen. In Riemke hat es geklappt: Die ersten Blumen strahlen in den exotischsten Farben. „Ich mag besonders die Blauen. Und die Orangenen“, freut sich die elfjährige Maria Teresa. Sie ist von der Vielfalt begeistert: „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Deswegen pflückt sie ihrer Mutter auch einen ganz besonderen Blumenstrauß.

Ein Dorado für Bienen

Nicht nur die Mädchen freut das Stück Riemker Natur, auch die summenden Weggefährten laben sich am Nektar der Blüten. „Wenn man sieht, wie geschäftig die Bienen von Blüte zu Blüte fliegen, dann geht einem das Herz auf“, lächelt Arnold. Acht Bienenstöcke hat der Kleingartenverein, deren Bienen haben in den Wildblumen eine gute Nahrungsquelle gefunden.

Mähen wird Manfred Arnold stilecht mit der Sense. Was Natur ist, soll schließlich auch Natur bleiben und nicht mit technischen Geräten gestutzt werden. Spätestens, wenn die Blumen zum zweiten Mal erstrahlen, können auch die ersten Kindergarten- und Schulklassen kommen. Die Kindergärten der Gegend sind bereits gespannt auf das prächtige Erlebnis. Zusammen mit dem Fachberater, der die Blumen genaustens kennt, geht es dann auf gemeinsame Entdeckungstour.

Und am Ende darf jedes Kind der Mutter einen Strauß mitbringen.

Zum Schluss der ersten, kleinen Probeexkursion sind die Kinder überglücklich. Und auch Manfred Arnold scheint mit seiner Idylle im Bochumer Norden höchst zufrieden: „So eine Ecke findet man weit und breit nicht.“

 
 

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