Kinder vom „Kommissar“ begeistert

Wicho Herrmann
Der Schauspieler Dietmar Bär las für Kinder in der Stadtteilbücherei Gerthe; anschließend bestürmten ihn die Kleinenn mit Fragen und Autogrammwünschen.
Der Schauspieler Dietmar Bär las für Kinder in der Stadtteilbücherei Gerthe; anschließend bestürmten ihn die Kleinenn mit Fragen und Autogrammwünschen.
Foto: WAZ Fotopool

Gerthe.  Dietmar Bär war am Sonntag noch als Kommissar Freddy Schenk im Kölner Tatort bei seinem jüngsten Fall zu sehen. Tags darauf trafen ihn 60 Kinder in der Stadtteilbücherei im Schulzentrum persönlich. Der 52-Jährige las auf Einladung der Bücherei und des Fördervereins „erlesen“ aus dem Buch „Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün“ vor.

Bär stieg nach einem kurzen „Hallo“ schnell in die Lesung ein. Vor allem die Schüler der Klassen 1a und 1b der Maischützenschule, die diese Mal das Glück hatten, die begehrten Plätze zu bekommen, grüßten zurück.

Dabei fragte er zunächst: „Wer kennt Törtel, die Schildkröte?“ Da ging so manche Hand hoch. Bei den Antworten wurde allerdings nicht immer klar, ob die Kinder nicht die bekannten Actionfiguren von den Ninja-Turtles meinten.

Die durch den Dialog geschaffene Aufmerksamkeit der Sechs- und Siebenjährigen nahm der Schauspieler mit in seine Lesung. Diese setzte dort ein, wo für Törtel, von der es inzwischen drei Bücher gibt, alles seinen Anfang nahm: im Garten-Baucenter „McGrün“ bei Berlin. Dort schlüpfte er als schlammfarbige griechische Landschildkröte aus dem Ei.

Bär las das lebhaft vor und schaute immer wieder in die Runde, ob alle zuhörten. Ein gute halbe Stunde war das der Fall. Die Mädchen und Jungen hingen dem Sprecher der zu den Büchern gehörigen CD bei den Abenteuern von Törtel an den Lippen.

Törtel strandet da in Berlin-Müggelsdorf, nachdem ihn sein Käufer und Besitzer King Kurt einfach aus dem Fenster des fahrenden Autos wirft. Füchsin Wendy hilft ihm nicht nur aus der unglücklichen Rückenlage, sondern bringt ihn in Kontakt mit den „wilden“ Tieren des Stadtteiles. Am Ende der Lesung waren diese – unter anderem Elstern, Marder, Nebelkrähe und Schwan – unter der Führung von Wildschweineber Grrrmpf unterwegs zum „Tonnentag“ (Beute machen in den herausgestellten Mülltonnen der Menschen am Tag der Müllabfuhr).

Bär ließ beim Vortrag des realitätsnahen Erzählstil aus der Perspektive der Tiere immer wieder Situationsbilder entstehen. Da gab es für die Schüler neben spannenden Momenten –etwa wo Wendy Törtel findet – auch viele komische Momente. Das war zum Beispiel der Augenblick, wo Törtel bei der Tierversammlung auf Grrrmpf trifft und dieser feststellt, dass es in seiner Tiergruppe viele Ausländer gibt.

Bär und die Kinder waren am Ende voneinander begeistert. „Die Schüler haben aufmerksam zugehört“, freute sich der Schauspieler. „Ich fand alles toll“, erklärten der 7-jährige Luca (1a) und Bastian von der Gräfin-Imma-Schule (3a) übereinstimmend. Jonas (1a) fand die Stelle am schönsten, wo die Füchsin auf Törtel trifft und ihm hilft. Auch die Mütter waren sichtlich erfreut, den Schauspieler einmal persönlich erlebt zu haben. Vorsitzende Iris Kolan von „erlesen“, deren Verein die Lesung finanzierte, und Bibliotheksleiterin Barbara Pöting freuten sich über den guten Zuspruch. Bär erwies sich auch anschließend als publikumsnah: Er verbrachte fast genauso viel Zeit, um Autogramme zu schreiben, wie er vorgelesen hatte.