Hammer Weihnachtsmarkt bleibt erhalten

Lina, Leonie, Amir, Antje und Freya (v.l.) basteln adventliche Dekorationen auf dem Hammer Weihnachtsmarkt.
Lina, Leonie, Amir, Antje und Freya (v.l.) basteln adventliche Dekorationen auf dem Hammer Weihnachtsmarkt.
Foto: Ingo Otto
Nach jahrelanger Pause gibt es im Stadtteil Hamme erstmals wieder einen Weihnachtsmarkt. Er wird gleichermaßen geschätzt von Alteingesessenen und Neubürgern

Hamme..  Klar, Weihnachten kennt sie auch aus Syrien. Aber etwas anders: „Gefeiert wird da nur an einem Tag – hier die ganze Zeit“, staunt Assia Ibrahim. Das gefällt der jungen Mutter natürlich: „Für die Kinder ist das einfach super.“ Besonders hier, beim Weihnachtsmarkt im Gemeindehaus Herz Jesu, wo der Nikolaus höchstpersönlich süße Backwaren ans junge Volk verteilt.

Unter dem weißen Rauschebart steckt natürlich wer anders, nämlich der Hammer Werner Ganswind. Der findet: „Wir sollten alle ein bisschen mehr Nikolaus sein.“ Gerade zur Adventszeit, gerade heute, wenn Menschen vor Krieg flüchten und hier im Bochumer Norden landen, wo die Herzen traditionell größer sind als der Geldbeutel. Abgesehen davon: der historische Bischof Nikolaus von Myra stammt ja auch aus dem Nahen Osten.

Jahrelang gab es in Hamme keinen Weihnachtsmarkt mehr

Jahrelang gab es keinen Weihnachtsmarkt in Hamme. Im vergangenen Jahr dann entschlossen sich mehrere Akteure des Stadtteils, zum Beispiel HaRiHo – die Stadtteilpartner, und eben die Herz Jesu-Gemeinde, dem Viertel wieder einen Adventstreff zu schenken.

Und weil der so gut angenommen wird, sowohl von alteingesessenen Hammern als auch Neubürgern, die hier eine neue Heimat gefunden haben, wird der auch die nächsten Jahre fortgesetzt.

Eine kleine Fortsetzung erfährt das Hammer Weihnachtsfest schon im Januar, verrät Ursula Ganswind, Nikolaus-Gattin und Mitarbeiterin des Netzwerks „Hamme hilft“: „Wir haben mit Kindern aus unserem Sprachkurs Kekse gebacken und gebastelt, heute haben wir das alles verkauft“, erzählt sie.

Weihnachtsfest Anfang nächsten Jahres eingeplant

Vom Erlös wollen die Ehrenamtlichen dann zum Jahresanfang, noch bevor für die Muslime der Fastenmonat Ramadan beginnt, ein kleines Weihnachtsfest auf die Beine stellen. Die Caritas der Herz Jesu-Gemeinde hilft dabei mit. „Es soll ein kleines Begegnungsfest werden, auch für die Eltern“, erklärt Ursula Ganswind. Dabei soll es auch darum gehen, den neuen Hammern den Geist der Weihnacht näher zu bringen.

Delberin, der neunjährige Sohn von Assia Ibrahim, hat den aber schon ganz gut verstanden – zumindest so, wie ihn fast jedes Kind in seinem Alter auffasst: „Am coolsten fand’ ich heute den Nikolaus – dem hab’ ich auch gleich erzählt, was ich mir wünsche“, erzählt er freudig.

Ganz oben auf seinem Wunschzettel steht ein neues Lego-Set. Und, Delberin, eine kleine Selbsteinschätzung: Warst du brav genug? Delberin bleibt cool, winkt ab und verrät ein Geheimnis: „Den Weihnachtsmann gibt’s doch gar nicht“, sagt er und blickt dann erwartungsvoll seine Mutter an: „Aber vielleicht verkleidet sich ja meine Mama.“

Hamme hilft: Netzwerk bietet Sprachkurse und Begegnungscafé

Das lockere Netzwerk „Hamme hilft“ gründete sich im August 2015, um Geflüchteten im Stadtteil zu helfen. Zu den Aktionen gehören, neben Sprachkursen und Kleiderspenden, auch ein Begegnungscafé in der Autobahnkirche St. Epiphanias.

Beim Weihnachtsmarkt im Herz-Jesu-Gemeindehaus an der Gahlenschen Straße gab es nicht nur was für Kinder: Kunsthandwerk, selbstgemachte Weihnachtsdeko und vieles mehr lockte Besucher an die zahlreichen Stände.

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