Ehrenfelder wünschen Bürgertreff

Am S-Bahnhof Ehrenfeld fehlt ein Aufzug, so wurde in der Umfrage der Initiative kritisiert.Foto:Gero Helm
Am S-Bahnhof Ehrenfeld fehlt ein Aufzug, so wurde in der Umfrage der Initiative kritisiert.Foto:Gero Helm
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Ergebnisse der Bewohnerbefragung der Initiative „Ehrenfelder Miteinander“: Mehr Sauberkeit, Sicherheit, Barrierefreiheit und Einkaufsmöglichkeiten.

Ehrenfeld..  Die Bewohnerbefragung im Ehrenfeld vom Juni ist ausgewertet. Die Ergebnisse, welche die Nachbarschaftsinitiative „Ehrenfelder Miteinander“ mit dem Seniorenbüro Mitte präsentierte, sind an einigen Stellen überraschend. Ein erwartbares Ergebnis aber vorweg: Im Großen und Ganzen sind die Anwohner mit ihrem Stadtteil zufrieden (77,46 Prozent). Ideen und Vorschläge gibt es allerdings viele. „Die Menschen hier im Stadtteil wollen sich einbringen. Bei diesem Engagement wird es nicht lange dauern, bis die ersten Dinge ins Rollen kommen“, glaubt Gabriele Gaul vom „Ehrenfelder Miteinander“.

Das Interesse de Bürger, den Stadtteil selbst mit zu entwickeln, hat sich schon vor der endgültigen Auswertung der Befragung gezeigt. Ganze 23,5 Prozent der Fragebögen, die überall im Ehrenfeld auslagen, kamen zurück – ein ausgesprochen hoher Wert für eine freiwillige Umfrage. Bereits nach einer Woche waren 160 Fragebögen zusammengekommen, am Ende waren es fast 400 – teilweise mit ausführlichen Kommentaren. Teilgenommen haben Bürger jeden Alters. Bei den bis zu 30-Jährigen hielten sich auch Männer und Frauen die Waage.

Das Ziel der Initiative, die vor gut einem Jahr gegründet wurde, war eine Bestandsaufnahme: Was wollen die Menschen im Ehrenfeld? Überraschenderweise haben in dem Familienviertel viele ein höheres Bedürfnis nach Sicherheit, vor allem entlang der Königsallee. Mehr Polizeipräsenz wird da gefordert. Ebenfalls ein großes Thema ist die Barrierefreiheit, die den Bürgern an einigen Stellen fehlt. Ein Beispiel ist der S-Bahnhof-Ehrenfeld an der Bessemer Straße, dessen langer Treppenaufgang ohne Hilfe mit einem Kinderwagen oder Rollator zur Qual werden kann. Einen Aufzug gibt es nicht.

Im Bereich der Freizeitmöglichkeiten forderten viele Anwohner gepflegtere Spielplätze und vor allem eine kulturelle Einrichtung. „Ein Zentrum für Jung und Alt, wo sich auch die Generationen begegnen“, sagt Gabriele Gaul. Zur geplanten Verlegung des Tana-Schanzara-Denkmals am Schauspielhaus hin zum gleichnamigen Platz gegenüber sind sich die Ehrenfelder einig: „Tana muss bleiben.“

Die Anregungen gehen in viele Richtungen, häufig genannt wurden zum Beispiel Hundekotbeutelspender für mehr Sauberkeit in den Grünflächen. Als zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten wünschen sich die Ehrenfelder einen Drogeriemarkt und einen Gemüsehändler. Viele Menschen fordern mehr Radwege und kaum jemand mehr Parkplätze – trotz Schauspielhaus und Bergmannsheil.

Um die Ergebnisse zu nutzen, will die Initiative nun Möglichkeiten diskutieren, die Lebensqualität im Stadtteil weiter zu verbessern. Grundsätzlich setzt „Ehrenfelder Miteinander“ auf die Eigeninitiative der Bürger. „Die Ziele sind gesetzt. Jetzt müssen sich Interessierte finden, die die Themen angehen“, so Gabriele Gau.

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