Begegnung für Nachbarn und Flüchtlinge

Ein Vorbereitungstreffen für ein Begegnungscafé mit Flüchtlingen gab es im Gemeindesaal der Epiphanias-Gemeinde in Hamme.
Ein Vorbereitungstreffen für ein Begegnungscafé mit Flüchtlingen gab es im Gemeindesaal der Epiphanias-Gemeinde in Hamme.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Bündnis „Hamme hilft“ ruft monatliches Café „Meet and Greet“ ins Leben. Integration im Kleinen. Gesucht werden Bochumer Musiker.

Hamme.  Nach den schrecklichen Ereignissen in der Kölner Silvesternacht herrscht bei vielen Menschen Skepsis in puncto Flüchtlingspolitik. Doch Helfer, wie jene vom Bündnis „Hamme hilft“, lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen: „Klar, solche Geschichten sind nicht gerade förderlich für die Flüchtlingsarbeit“, sagt Petra Kühler. Doch für sie gilt immer noch: „Ich kann mir erst eine Meinung bilden, wenn ich Leute kennenlerne.“

Termine stehen fest

Deshalb plant sie gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen weiter die ersten Termine des Begegnungscafés „Meet and Greet“. Es ist geplant als monatliches Angebot für Nachbarschaft und Flüchtlinge, im Gemeindesaal der Autobahnkirche Epiphanias. Die ersten Termine stehen schon: der 12. Februar und der 11. März, je von 18 bis 20 Uhr.

Die kleine Planungsgruppe, zu der auch Pfarrer Michael Otto und Beatrice Röglin von der Stadtteil-Initiative HaRiHo gehören, beschäftigt sich mit einfachen und konkreten Fragen wie: Welche Musik wird gespielt? Wie lange soll das Café geöffnet sein? Was gibt es zu Essen, was zu Trinken?

Geplant ist eine halbe Stunde Musikprogramm, denn: „Man soll ja auch noch Zeit zum Reden haben“, so Kühler. Auf konkrete Bands hat sich die Planungsgruppe noch nicht festgelegt, aber Weltmusik sei doch ein passendes Genre, heißt es bei einem Planungstreffen. Bochumer Musiker, die Lust haben, ehrenamtlich und unplugged bei dem Café aufzutreten, sind eingeladen, sich zu melden.

„Ich habe ja die Hoffnung, dass das Café ein Selbstläufer wird“, sagt Kühler. Im eher verschlafenen Bochumer Norden, wo Ausgeh-Angebote und Möglichkeiten zur Begegnung überschaubar sind, sei das durchaus möglich. Was Petra Kühler und ihrem Team bei der ganzen Sache aber am Wichtigsten ist: „Enklaven wie in Duisburg-Marxloh müssen wir hier unbedingt vermeiden“, mahnt sie.

Es sei wichtig zu zeigen, dass Integration gerade hier im Kleinen funktioniere, ergänzt Sven Lüttmann, der auch im Planungsteam ist. Auch er, der neben seinem Job ehrenamtlichen Deutschunterricht für Flüchtlinge gibt, lässt sich von der Post-Silvester-Panik nicht erschüttern – auch wenn es viel Diskussionsbedarf gebe.

Beatrice Röglin von HaRiHo meint, dass man von einem wirklichen „Kippen“ der allgemeinen Stimmung nicht sprechen könne: „Es gab immer schon zwei Lager“, sagt sie.

Mit dem Albaner Bashkim Nuredini ist auch ein Flüchtling im Planungsteam, gemeinsam mit seinem Sohn Endrit, der für seinen Vater übersetzt. „Das klingt wie ein gutes Angebot, wir wollen da gerne unseren Teil zu beitragen“, sagt der Junior.

Institutionen aus dem Ortsteil

„Hamme hilft“ ist ein Bündnis aus Institutionen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, darunter Kirchengemeinden und die Stadtteil-Initiative HaRiHo.
Neben dem Begegnungscafé kümmert sich das Bündnis um eine Kleiderkammer, Freizeitmöglichkeiten, Nachhilfe und vermittelt Patenschaften. Infos: www.hammehilft.nerilex.org.

 
 

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