Aus Schülerinnen wurden Freundinnen

Ehemalige Schülerinnen der Helene-Lange-Schule trafen sich zum Klassentreffen 50 Jahre nach dem Realschulabschluss. Die meisten sind heute miteinander befreundet.
Ehemalige Schülerinnen der Helene-Lange-Schule trafen sich zum Klassentreffen 50 Jahre nach dem Realschulabschluss. Die meisten sind heute miteinander befreundet.
Foto: Dietmar Wäsche
Klassentreffen 50 Jahre nach dem Abschluss an der Helene-Lange-Realschule. Mädchen versteckten damals ihre Vokabelzettel in den Strapsen

Riemke..  50 Jahre ist ihr Realabschluss her, doch die ehemaligen Schülerinnen der 6A der Helene-Lange-Mädchen-Realschule sind immer noch eng befreundet. So kommt es, dass ihr goldenes Klassentreffen im Gasthaus Goeke nur eines von vielen war. Anfangs habe man sich sogar alle 14 Tage getroffen, erinnern sich die Frauen. Ganz so oft ist es heute nicht mehr, doch wenn sich die Seniorinnen treffen, ist es, als seien sie nie getrennt gewesen.

Bande haben über all’ die Jahre gehalten

Einen Grund, warum die Bande über die Schulzeit hinweg gehalten haben, sehen die Schülerinnen in den vielen Aktivitäten, die sie auch außerhalb des Unterrichts zusammen gemacht haben. So haben sie unter der Leitung von Klassenlehrer Gerd Arndt das Westernmusical „Prärie Salon“ auf die Bühne gebracht.

„Alle Männerrollen wurden von uns Mädchen gespielt“, erzählt Rosemarie Gajewski, die das Klassentreffen organisiert hat. Bis heute zeugen Fotos und Videos von dieser Aufführung. Vom Bühnenbild bis zu den Perücken – alles machten die Schülerinnen selbst.

Mit Streichen allerdings hielten sie sich zurück, mit einer Ausnahme: „In der Steno-Stunde haben wir alles gemacht – außer Steno“, so Rita Schmidt. Da wurde stattdessen schon mal gestrickt und gehäkelt. Im Prinzip, da sind sich alle einig, hatten sie ausgesprochenes Glück mit den Lehrern. Das ist vielleicht mit ein Grund, warum viele aus der 6A später einen pädagogischen oder sozialen Beruf erlernten.

Kontakt zu den Jungs in der benachbarten Schule

Ganz brav waren die Mädchen allerdings trotz allem nicht. „Früher hatten wir noch keine Strumpfhosen. Wir haben Strümpfe mit Strapsen getragen“, erzählt Rosemarie Gajewski: „Da steckten wir dann die Vokabeln drunter.“ So habe man damals gepfuscht.

Zwar war die Helene-Lange-Schule eine reine Mädchenschule, das andere Geschlecht mussten die Mädels trotz allem nicht missen. Denn die Carl-Lührig-Realschule für Jungen war im selben Gebäude untergebracht. Man teilte sich einen Pausenhof, die Aula, Sporthalle und die Physik- und Chemieräume. „Da entwickelte sich doch die eine oder andere Liebschaft“, erzählt Gajewski. Zum Teil hielten die Beziehung sogar bis zur Ehe.

Bis heute hält ein harter Kern aus 15 bis 20 (beim 50-jährigen Klassentreffen waren es 17) Ehemaligen zusammen. Sie erlebten gemeinsam Hochzeiten, Geburten, Scheidungen und Enkelkinder. Diese enge Beziehung, das wird beim 50. Treffen klar, kann so leicht niemand brechen.

Realschule wurde geschlossen

Die ehemalige Helene-Lange-Realschule lag an der Feldsieper Straße.

Im Jahr 2015 wurde sie geschlossen. Sie fusionierte mit der Franz-Dinnendahl-Realschule, die allerdings 2016 auch geschlossen wurde.

Heute ist im Gebäude der ehemaligen Helene-Lange-Realschule die Grundschule „Feldsieper Schule“.

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