Aus Drehort wird Vereinshaus

Manfred Arnold, Vorsitzender des Kleingartenvereins Riemkevor der neuen „Riemker Hütte",  die als Filmkulisse diente.
Manfred Arnold, Vorsitzender des Kleingartenvereins Riemkevor der neuen „Riemker Hütte", die als Filmkulisse diente.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Riemker Kleingärtner sicherten sich eine Hütte, die als TV-Filmkulisse diente.Es geht um die Biographie des FC-Bayern-Präsidenten Kurt Landauer, der als Jude unter den Nazis aus dem Amt gedrängt wurde

Riemke. Nun steht sie da, die Riemker Hütte: 90 Quadratmeter groß und mit fast vier Meter Höhe nicht zu übersehen, präsentiert sich das Holzhaus als neues Schmuckstück der Kleingartenanlage Riemke. Als Filmkulisse diente diese Blockhütte noch im Sommer, bevor die Filmgesellschaft sie im Internet anbot.

Mächtig ins Zeug legte sich der Kleingartenverein, galt es doch, ein geschichtsträchtiges Haus zu erwerben – quasi jedenfalls. Auf dem Helenensportplatz in Essen stand die Hütte, bevor die Kleingärtner sie nach Bochum holten.

Für die Verfilmung der Biografie Kurt Landauers diente sie als Drehort, stellt im Film das Büro des damaligen Präsidenten des FC Bayern München dar. Kurt Landauer, verlor in den 1930er Jahren unter der Naziherrschaft sein Amt, weil er Jude war. Stoff genug für einen Film, der in Essen, Gladbeck Nürnberg, Fürth und München gedreht wurde.1947 kehrte Kurt Landauer als Präsident zurück, in eben jenes Büro, das nun beim Kleingartenverein steht – jedenfalls im Film – zu sehen im Frühjahr 2014 im TV.

Im Hier und Jetzt steht ein Maibaum an der Riemker Hütte, so wie es sich bei einem Richtfest eben gehört. Von den Mühen, die es bedurfte, das Blockhaus zu erwerben und vor allem zu transportieren, weiß Vereinsvorsitzender Manfred Arnold zu berichten: „Ohne unseren ehrenamtlichen Helfer wäre das nicht möglich gewesen.“

Angeboten hatte die Filmgesellschaft nach Dreh-Ende die Hütte im Internet, zu teuer wäre der Abbau gewesen. „Also haben wir uns beworben und schließlich den Zuschlag bekommen.“ Warum? „Weil wir das beste Konzept hatten.“ Die beiden Bauleiter Christian Barthen und Dirk Vogehofer wissen, wie anstrengend es war, die einzelnen Bauteile ganz ohne Pläne zusammenzubekommen.

„Das war die größte Herausforderung, dabei hatten wir alles generalstabsmäßig geplant“, betont der Vorsitzende. Zeichnungen hatten sie erstellt, Fotos von den einzelnen Bauteilen gemacht, sie beschriftet, um die Hütte später so exakt wie möglich wieder zusammenzusetzen. „Es war schon eine amüsante Zeit, auch wenn wir oftmals im strömenden Regen die Teile zusammenbauen mussten“, so Dirk Vogehofer. „Schließlich haben wir alles in Eigenregie erstellt“, sagt auch Christian Barthen. Und die Mühen haben sich wahrlich gelohnt.

In Zukunft werden die Kleingärtner die Hütte als Lagerhaus nutzen, ebenso wie als Werkraum für die Bastel-Frauengruppe. Wo noch im Sommer die Kameras surrten, stehen bald schon Schubkarren, Bänke und Obstpressen – auch einen Tannenbaum will Arnold in wenigen Wochen aufstellen. Und auch, wenn es nicht ganz wie im Film zugehen mag, langweilig wird es in der Riemker Hütte sicherlich nicht.

 
 

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