Alsenstraße wird zur Partymeile

Auf der Alsenstraße gab es ein großes Stadtteilfest.
Auf der Alsenstraße gab es ein großes Stadtteilfest.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
3000 Menschen feiern beim vierten Straßenfest. Veranstalter sind überwältigt

Mitte..  Auf der Internetseite des „Alsenwohnzimmers“, einem ehemaligen Ladenlokal, das von den Anwohnern zum Nachbarschaftstreffpunkt umfunktioniert wurde, war als Ankündigung für das „Alsenstraßenfest Nr. 4“ Folgendes zu lesen: „Das Alsenstraßenfest ist längst über Bochums Stadtgrenzen hinaus bekannt…“

Wie wahr, wie wahr. Denn wer am Sonntag mit dabei war, als von 10 Uhr morgens bis in den Abend die gesamte Alsenstraße zur Partymeile umfunktioniert wurde, kann das nur bestätigen.

Hier sind nicht nur die Bewohner der Alsenstraße am Feiern. Sondern, wie Mitorganisator Jonathan Junge (29) es einschätzt, der übrigens selbst in der benachbarten Wilhelm-Engel-Straße wohnt, auch Menschen aus dem „ganzen Stadtviertel südlich des Bahnhofs“. Und darüber hinaus auch aus anderen Ruhrgebietsstädten.

Ein-Tages-Festival der alternativen Szene

Warum man aus Gelsenkirchen (wie einige Flohmarktstandbetreiber, die es schätzen, dass man beim Alsenstraßenfest keine Standmiete zahlen muss) oder aus Dortmund (Tanzschule „Lindy Pott“ ließ Pärchen auf der Alsenstraße den 1920er-Jahre-Tanz „Lindy-Hop“ tanzen) zu einem Bochumer Straßenfest kommt, lässt sich wohl am ehesten so erklären: Das Alsenstraßenfest ist längst avanciert zum Ein-Tages-Festival der alternativen Szene.

Hier treffen sich Menschen, die nicht nur der Wohnort eint, sondern auch eine gewisse Art sich zu kleiden (Stichwort: Vintage-Look), eine gewisse Art zu genießen (Stichwort: Couscous-Salat und Falafel), eine gewisse Art zu denken (Stichwort: das feilgebotene Buch „Inside Occupy“) und das Wohlgefallen an bestimmten Musikströmungen.

Swing und Jazz mit der Tanzschule Lindy Pott

Zu hören gibt es neben Swing und Jazz (Tanzschule „Lindy Pott“) auch elektronische Tanzmusik (unter anderem von „Feel Vergnügen“ aus Bochum), zu der im „Techno Tunnel“ (eine schwarz verhüllte Hofzufahrt) getanzt werden kann. Und auf der Livebühne an der Ecke Wittener Straße/Alsenstraße geben sich verschiedene Indie-Bands ein Stelldichein: „Sherry Flip“ begeistert mit Funk, Soul und Rock. „Sanja und Brigitte“ erzeugen ätherische Klänge mit Harfe und Monochord.

Fazit des Festes: Rund 3000 Menschen sind über den Tag verteilt an der Alsenstraße zu Gast. Nina Selig (32), stellvertretende Schatzmeisterin des Vereins „Alsenwohnzimmer“, staunt über die wachsende Resonanz: „Wir fragen uns echt, wo diese Menschen alle herkommen. Aber egal, wir freuen uns.“

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