Als „Knochen-Karl“ zurück kam

Das Denkmal Knochen Karl in Hofstede wird 75 Jahre alt und kehrte vor 25 Jahren an seinen alten SXtandort zurück. Das wird Sonntag in einer Feierstunde gewürdigt.
Das Denkmal Knochen Karl in Hofstede wird 75 Jahre alt und kehrte vor 25 Jahren an seinen alten SXtandort zurück. Das wird Sonntag in einer Feierstunde gewürdigt.
Foto: WAZ

Hofstede..  Sein Gesicht drückt Schmerz aus, die Haltung zeugt von der Last schwerer körperlicher Arbeit, geprägt von der Ästhetik der späten 1930er Jahre. Die meisten fahren wohl achtlos auf dem Weg zur Autobahn an ihm vorbei, doch das Denkmal „Knochen-Karl“ an der Herner Straße hat eine bewegte Geschichte und auch Odyssee hinter sich.

Am Sonntag steht es im Mittelpunkt einer Gedenkfeier: „Knochen-Karl“ wird 75 Jahre alt und kehrte vor 25 Jahren an seinen alten Platz zurück. Die „Rückholaktion“ fußt auf der Hartnäckigkeit des Hofsteders Heinz Esken (82). Und dass die Haltestelle der U 35 den Namen der Zeche trägt, ist ebenfalls Heinz Esken zu verdanken. „Als die U-Bahn gebaut wurde, stand fest, dass die Haltestelle Hiltroper Straße heißen sollte. Das ging doch nicht.“ Mit mehreren Eingaben gelang es Esken, dass die Haltestelle heute „Zeche Constantin“ heißt.

Mit der Demontage der Zeche verschwand auch das Denkmal

Er ist es auch, der die Feierstunde organisiert hat: „Seit März bin ich damit beschäftigt.“ Er hatte selbst auf der Zeche Constantin gearbeitet, begann als 14-jähriger kaufmännischer Lehrling. Wichtig ist Heinz Esken, dass Fritz Ziegler, ehemals Ruhrkohle-Vorstand, zugesagt hat. Auch Ex-Minister Christoph Zöpel ist dabei: „Heinz, ich komme“, so teilte er dem Hofsteder mit. Beide, Ziegler und Zöpel, haben Esken in seinem Kampf um die Rückführung des Denkmals unterstützt.

Das Denkmal Knochen-Karl wurde 1937 an der Zeche Constantin aufgestellt zur Erinnerung an die 475 Toten während des ersten Weltkriegs. Modell für die Bronzefigur war der Hauer Karl Mieling, der dem Denkmal den Namen „Knochen-Karl“ bescherte, weil er von seinen Bergbaukumpel wegen seines „markanten Körperbaus“, so Heinz Esken, so genannt wurde.

Als dann die Zeche nach ihrer Schließung 1973 demontiert wurde, verschwand auch das Denkmal; keiner wusste, wohin. Schon in den 1980er starteten Anwohner eine Unterschriftenaktion auf Rückholung ihres Karls – doch der blieb verschwunden. 1983 war es Heinrich Esken, der die Figur zufällig im Park der ehemaligen Hibernia-Hauptverwaltung in Herne entdeckte. Von da an war der Bochumer nicht mehr zu bremsen, setzte alle Hebel in Bewegung, aktivierte Politiker, Verwaltung und Vorstand. Ein Kauf der Figur hätte damals schon 25 Millionen Euro verschlungen, Geld, das die Stadt nicht besaß.

NRW-Minister Christoph Zöpel setzte sich auf Betreiben von Esken mit dem Vorstand der Bergbau AG Lippe zusammen, bis dieser zustimmte, Knochen-Karl zurück nach Hofstede zu geben. „Nach Abschluss der Grundstücksgestaltung Ecke Herner-/Vierhausstraße erfolgte die Umsetzung von Knochen-Kal am 14. Oktober 1987; um 13.30 Uhr stand er am alten Standort“, soweit Heinz Esken. Ihm gelang es überdies, das Modell Karl Mieling in Idar Oberstein ausfindig zu machen, der dann das Denkmal eigenhändig enthüllte. Mieling verstarb 1991.

 
 

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