Acht Mimen verkörpern Peer Gynt

Die Darsteller geben alles: Das Claudius-Theater probt  Ibsens „Peer Gynt“. Szene mit (v.l.)  Hannah van Eyk, Janet Kammann und Christine Schnell; sie spielen böse Trolle. Fotos:Jürgen Theobald
Die Darsteller geben alles: Das Claudius-Theater probt Ibsens „Peer Gynt“. Szene mit (v.l.) Hannah van Eyk, Janet Kammann und Christine Schnell; sie spielen böse Trolle. Fotos:Jürgen Theobald
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Claudius-Theater bringt Ibsen-Stück auf die Bühne. TheaterpädagogeJens Niemeier schreibt das Original um, um es verständlicher zu machen

Mitte..  Jetzt geht es in die heiße Phase: In Kürze feiert die Peer-Gynt-Inszenierung des Claudius-Theaters Premiere. Das humorvolle Stück von Henrik Ibsen über Peer, den Herumtreiber mit den vielen Gesichtern und noch mehr Geschichten, wird als Inklusionsprojekt auf die Bühne gebracht – gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung. Bislang hatte die Theater-Truppe ausschließlich Improvisationsstücke einstudiert und aufgeführt.

Tim Klimaschewski ist jedenfalls schon aufgeregt: „Ich bin echt gespannt, wie die Premiere wird“, sagt er. Schließlich spielt er die Hauptfigur Peer, in seiner Rolle als Gemahl der Trollprinzessin. Die verschiedenen Gesichter des Peer Gynt werden von insgesamt acht verschiedenen Schauspielern auf die Bühne gebracht – jeder Darsteller setzt eine Facette der Hauptfigur in Szene.

Tim Klimaschewski stieß erst später zur Theatergruppe dazu: „Ich habe in der WAZ davon gelesen, hab‘s mir angeguckt und dachte: Da bin ich dabei.“

Seine Partnerin auf der Bühne ist Martina Woelky, sie spielt die Troll-Prinzessin, mit der Peer Gynt sich vermählen lassen will. „Die Rolle gefiel mir von Anfang an“, freut sie sich. Deshalb hat sie sich auch ein paar eigene Gedanken gemacht, wie man die ungewöhnliche Partie für den Helden am besten in Szene setzen könnte: Sie spielt die Troll-Prinzessin als rotzfreche Punkerbraut, Kaugummi kauend und mit zerschlissenen Hosen. „Halt so schlodderig und dreckig – das passt doch gut.“

Rike Ismer spielt den Gegenpart, Peers eigentliche Frau Solvejg. „Ich bin sonst eher schüchtern, aber in der Rolle werde ich umworben – das gefällt mir“, sagt sie. Überhaupt, die Proben zu dem Stück, so anstrengend sie auch sein mögen, bereiten allen Beteiligten eine riesige Freude. „Das macht total viel Spaß mit dem Team – man ärgert sich, man flirtet und lacht. Es ist alles locker und spaßig“, freut sich Rike Ismer.

Und damit auch wirklich alle Zuschauer Spaß an der Inszenierung haben, hat Theaterpädagoge Jens Niemeier, der bei dem Projekt Regie führt, das Ibsen-Original von 1867 umgeschrieben. „Bei einem inklusiven Stück haben wir auch inklusive Zuschauer. Also müssen wir das Stück so spielen, dass es auch von allen verstanden wird“, sagt er. Darauf müsse man achten.

Er glaubt, dass das gelungen ist: „Die Geschichte versteht sich auch, wenn man den Text nicht versteht“, sagt er. Einige Passagen, wie der unter Ibsen-Kennern berühmte Zwiebel-Monolog von Peer Gynt, blieben natürlich erhalten. Wie genau die neue Version des Klassikers aussieht, wird sich bei der Premiere am 23. April zeigen. So viel sei schon jetzt verraten: Auch für Ibsen-Kenner wird es einige Überraschungen geben.

Premiere ausverkauft

Die Premiere am 23. April ist ausverkauft. Die nächsten Termine sind Sonntag, 24. April, 15 Uhr im Claudius-Saal und Donnerstag, 28., sowie Freitag, 29. April, jeweils 19 Uhr im Haus der Begegnung, Alsenstraße.

Peer Gynt in seinen verschiedenen Facetten spielen Jana Feldmann, Janet Kammann, Jota Dimoglu, Peter Stein-Cadenbach, Stefan Lilienthal, Tim Klimaschewski und Viola Eisenbach.

 
 

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