Noch zu viel Personal im Rathaus

Andreas Rorowski
Noch kleiner als derzeit geplant werden muss die Verwaltungsbelegschaft. Gelingt dies nicht, muss an anderer Stelle gespart werden.
Noch kleiner als derzeit geplant werden muss die Verwaltungsbelegschaft. Gelingt dies nicht, muss an anderer Stelle gespart werden.
Foto: Miriam Fischer
Um 90 Vollzeitstellen muss die Stadtverwaltung jährlich schrumpfen. Nach jetzigem Stand sind es 2015 nur 47 Stellen. Andere Einsparungen sind nötg.

Bochum. Hinter den Zielen des erforderlichen Personalabbaus zurück hängt derzeit die Stadtverwaltung.

Voraussichtlich nur um 47 auf 4499 Vollzeitstellen sinken wird der Personalbestand in der Kernverwaltung bis zum Dezember 2015 gegenüber dem gleichen Monat im Vorjahr. 175 Abgängen, altersbedingt (99) oder aus anderen Gründen (76), stehen voraussichtlich 128 Einstellungen gegenüber: 60 Auszubildende und acht Mitarbeiter von den Zentralen Diensten werden übernommen, 60 Mitarbeiter vom Arbeitsmarkt eingestellt. Um aber ihr Konsolidierungsziel zu erreichen, müsste die Verwaltung jährlich um 90 Vollzeitstellen schrumpfen. Jedes Jahr. Sie hängt momentan 43 Vollzeitstellen hinter ihren Vorgaben zurück.

657 Stellen weniger bis 2022

Insgesamt müssen bis 2022, wenn Bochum erstmals wieder einen Haushalt ohne Kreditaufnahme vorlegen muss, der Beschäftigtenbestand um 15 Prozent zurückgehen: von 4500 um 657 auf 3825. „Das ist sehr ehrgeizig“, sagt Kämmerer Dr. Manfred Busch. Vor allem wachsende Aufgaben im Sozialbereich, die mit steigendem Personalbedarf einher gehen, erschweren nämlich die Einsparbemühungen.

Personalkosten sind gedeckelt

Das Sparziel von 90 Vollzeitstellen jährlich hängt zusammen mit dem beschlossenen Personalaufwandsdeckel. 247,3 Millionen Euro dürfen jährlich für das Personal ausgegeben werden. Mehr nicht. Das ist einer der Eckpfeiler des Haushaltssicherungskonzepts, in dem die Rückführung der Kreditführung bis 2022 mit Maßnahmen vorgezeichnet ist. Vor dem Hintergrund von Tariferhöhungen, Beförderungen, aber auch Entlastungen durch das Ausscheiden älterer, besser bezahlter Mitarbeiter müssen die Mehrkosten durch Personalabbau ausgeglichen werden. Nur so bleibt die Verwaltung im vorgeschriebenen Kostenrahmen.

Die Zeit spielt der Personalkommission, die sich mit der Steuerung von Neueinstellungen beschäftigt, mittelfristig zwar ein wenig in die Karten. Denn in den nächsten Jahren wächst die Zahl der Beschäftigten, die altersbedingt ausscheidet – bis zu jährlich 150 werden es von 2018 an sein. Zum Vergleich: In diesem Jahr verlassen lediglich 99 Beschäftigte die Verwaltung altersbedingt. Ideal wäre es aber, so Kämmerer Busch, wenn 200 Beschäftigte jährlich gingen und bis zu 100 Neue hinzu kämen.

Momentan sieht es anders aus. So viel ist klar: Sollte das Einsparziel von 90 Vollzeitstellen verpasst und der Deckel von 274,3 Millionen Euro angehoben werden, müssten die Einsparungen an anderen Stellen erfolgen.