Neues Buch: Stadtgeschichte wird in Wort und Bild lebendig

WAZ-Redakteur Jürgen Boebers-Süßmann schrieb die Serie „Bochum historisch“. Jetzt sind die Geschichten aus der Bochumer Geschichte in einem gleichnamigen Buch erschienen.
WAZ-Redakteur Jürgen Boebers-Süßmann schrieb die Serie „Bochum historisch“. Jetzt sind die Geschichten aus der Bochumer Geschichte in einem gleichnamigen Buch erschienen.
Foto: Ingo Otto
  • WAZ-Redakteur und Klartext-Verlag veröffentlichen mit „Bochum historisch“ illustres Sammelwerk
  • Das Buch basiert auf der beliebten WAZ-Serie mit über 90 Folgen und ist nun erhältlich
  • Die etwa 60 Beiträge des Bandes spannen den Bogen über 150 Jahre Bochumer Historie

Bochumer Stadtgeschichte, abwechslungsreich, kompakt und mit vielen Bildern illustriert – das bietet das Buch „Bochum historisch“, das dieser Tage im Klartext-Verlag erschienen ist.

Autor ist WAZ-Kulturredakteur Jürgen Boebers-Süßmann, auf dessen WAZ-Serie „Bochum historisch“ der Band basiert. Er zeigt, dass Stadtgeschichte ganz und gar nicht von gestern oder langweilig sein muss. Weil sie bis in die Gegenwart ausstrahlt.

Rund 60 Geschichten

„Bochum historisch“ warf seit Dezember 2012 über 90 Folgen hinweg einen Blick zurück, getreu dem Motto: Vieles, was einmal in Bochum war, ist inzwischen vergessen. Aber manches wissen die alten Bochumer noch von früher. Und die jungen sind neugierig, es zu erfahren.

Dass dem tatsächlich so ist, bewiesen die zahlreichen Leser-Zuschriften und -Anregungen, die im Laufe der Jahre die Redaktion erreichten. Manche hatten sich einzelne Folgen von „Bochum historisch“ ausgeschnitten, andere für sie interessante Artikel verpasst. „Gibt es die Serie vielleicht irgendwann einmal auch als Buch?“ war eine oft gestellte Frage. Nun kann sie mit „Ja“ beantwortet werden.

Die etwa 60 Beiträge des Bandes spannen den Bogen über 150 Jahre Bochumer Historie. Verschwundene und noch sichtbare Gebäude werden besucht, etwa das Vorkriegs-Schauspielhaus, das Herrenhaus Rechen, das Kino Lichtburg und das Amtshaus an der Brückstraße.

Doch auch Einrichtungen jüngeren Datums kommen zu ihren Recht, darunter solche, die heute noch eine Bedeutung haben (Bergbaumuseum, Freibad Wiesental, Bahnhof Langendreer, Planetarium), aber eben auch andere, die viele noch aus eigener Anschauung kennen, die es aber auch schon nicht mehr gibt: das alte Stadtbad, die Ruhrlandhalle, das Kraftwerk Springorum in Weitmar.

Auch ganz besondere Bochumer Besonderheiten werden vorgestellt: Wissen Sie auf Anhieb, woher der Name NS VII für den Sheffieldring kommt und wann und warum er gebaut wurde? Oder was das Möbelhaus Hein de Groot mit dem Hansa-Haus zu tun hatte und wo es einst stand? Oder wie die Geschichte um die „BO-Fabrik“, das besetzte, alternative Jugend- und Kulturzentrum an der Stühmeyerstraße, ausging? „Bochum historisch“ gibt auf diese Fragen informative Antworten.

Viele Schwarz-Weiß-Fotos

Die textliche Rückschau ist das Eine, aber was wäre ein Blick in die Geschichte ohne die passenden Fotos? Auch davon hat das Buch reichlich zu bieten. Stadt- und Gebäudeansichten von den 1910er bis in die 1960er Jahre begleiten die Texte – natürlich in schwarz/weiß, was den historischen Aspekt des Ganzen noch unterstreicht. So blickt man zurück auf Szenen aus Kaisers Zeiten etwa auf die damals neue Königsallee, aber auch zurück in die Bochumer Industriegeschichte, die inzwischen mehr und mehr zu Ende geht. Die schwarzen Zeiten der Zeche Präsident sind jedenfalls endgültig vorbei.