Neuer Forschungsbau an der Ruhr-Uni Bochum für 44 Millionen

Der Wissenschaftsrat genehmigte der Ruhr-Universität einen Neubau auf fast 4000 Quadratmetern. Für 100 Wissenschaftler soll hier ein Forschungsbau entstehen. Bund und Länder ermöglichen das 44-Millionen-Euro-Projekt.

Bochum. Das „Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse“ (ZEMOS), in dem rund 100 Wissenschaftler untergebracht werden sollen, wird auf 3891 Quadratmetern entstehen. Es ist Teil eines vom Wissenschaftsrat (WR) beschlossenen Pakets von 16 Bauvorhaben bundesweit, die mit insgesamt 462 Millionen € gefördert werden.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, die Gutachter des WR von dem Konzept von ZEMOS zu überzeugen“, sagt Sprecherin Prof. Dr. Martina Havenith-Newen (RUB, Physikalische Chemie). „Das gibt uns die Chance, Bochum zu einem internationalen Zentrum in der Erforschung von Lösungsmittelprozessen auszubauen.“

Mehr als 20 Arbeitsgruppen

Das Bauvorhaben bündele die Expertise von insgesamt mehr als 20 Arbeitsgruppen an der Ruhr-Universität, an den Max Planck Instituten für Kohleforschung (Mülheim) und für Eisenforschung (Düsseldorf) sowie dem Fraunhofer Institut UMSICHT (Oberhausen).

Das neue Zentrum soll eng mit internationalen Topinstitutionen in diesem Forschungsfeld kooperieren (z.B. ENS Paris, Cambridge, UC Berkeley, Yale, Weizmann Institut, Seoul National University). Es diene ferner der Nachwuchsförderung und sei eng mit dem International Master Course Programme Molecular Sciences and Simulation (IMOS) verbunden, das im Wintersemester 2011/12.

Grundlegender Vorgang in der Chemie

Solvatation (engl. Solvation) bedeutet das Lösen einer chemischen Substanz, einer der grundlegendsten Vorgänge in der Chemie, in der chemischen Verfahrenstechnik und in der Biologie. Die meisten chemischen Reaktionen und nahezu alle biologischen Vorgänge finden in flüssiger Phase statt. Mit ZEMOS soll in Deutschland erstmals die Möglichkeit geschaffen, dies interdisziplinär und mit unmittelbarem Bezug zu technologisch wichtigen Zukunftsfragen fachübergreifend zu begreifen.

„Die Empfehlung des Wissenschaftsrates (...) beweist einmal mehr die hervorragende und außergewöhnliche Teamleistung aller beteiligten Hochschulbereiche der RUB“, so Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler.

 
 

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