Neuer Anlauf für Platz des europäischen Versprechens in Bochum

Sabine Vogt
Baustelle vor der Christuskirche: Die Arbeiten am Platz des europäischen Versprechens wurden wieder aufgenommen. Foto: Monika Kirsch
Baustelle vor der Christuskirche: Die Arbeiten am Platz des europäischen Versprechens wurden wieder aufgenommen. Foto: Monika Kirsch
Foto: WAZ FotoPool
Nach mehreren Monaten Zwangspause sind die Bagger zurückgekehrt zum künftigen Platz des europäischen Versprechens. November vergangenen Jahres fehlten noch 1,3 Millionen Euro Sponsorengelder. Jetzt rechnet die Stadt mit der Fertigstellung im Mai.

Bochum. Es geht weiter mit dem Bau der Stufen; wie berichtet, hatte es im Herbst letzten Jahres Lieferengpässe bei den Steinen gegeben, die identisch sind mit denen für die Namen. Die speziellen Natursteine für den Belag waren nicht greifbar. Der Bauunternehmer hatte damals versäumt, sie rechtzeitig zu bestellen.

Verteuerungen führten zur Notbremse

Somit stand fest: Der Platz des europäischen Versprechens (PEV) als einer der zentralen Projekte zum Kulturhauptstadtjahr würde nicht wie geplant zum Ende 2010 eingeweiht werden können. Dann kam der frühe und harte Wintereinbruch hinzu, so dass sich die Bauarbeiten weiter verzögerten, wie Stadtbaurat Dr. Ernst Kratzsch sagte.

Doch schon zuvor stand der Ausbau des Platzes nach den Plänen des Künstlers Jochen Gerz unter keinem guten Stern. Die Kosten für die Steinplatten mit den Namen der 15 000 Menschen, die ihre Namen (und geheimen Versprechen für ein Europa der Zukunft) gegeben hatten, waren immer weiter angestiegen. Die Platzgestaltung fand stets die politische Mehrheit, bis neuerliche Verteuerungen zur Notbremse führten.

Fertigstellung im Mai

Die Stadt konkretisierte Sparideen, nicht zuletzt wegen der desolaten Haushaltslage. Eine davon war, statt des Natursteins Splitt zu verwenden. Daraufhin erwog Gerz, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Im Dezember 2009 kehrte man zurück zur Ursprungsplanung. Ende November letzten Jahres fehlten noch Sponsorengelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro, mit denen die 25 Namensplatten bezahlt werden sollen. Die Stadt finanziert nur zwei von ihnen mit 400 000 Euro.

Nun, so sagt Ernst Kratzsch, rechnet die Stadt mit der Fertigstellung im Mai. Derzeit wird auf der Baustelle also wieder gearbeitet: Der Platz am westlichen Eingang wird mit einer geschwungenen Stufenanlage aus Basaltstein terrassiert. Dort werden 24 Betonflächen eingelassen und mit Randsteinen markiert. Diese zeigen die Orte an, an denen die Steinplatten mit den Namen eingelassen werden.