Neue Struktur hilft im Wettbewerb

Thomas Schmitt
Neue Struktur, neuer Chef: Hans-Peter Jochum ist Geschäftsführer der gGmbH Knappschaftskrankenhaus Langendreer. Links sein Stellvertreter Michael Jost.
Neue Struktur, neuer Chef: Hans-Peter Jochum ist Geschäftsführer der gGmbH Knappschaftskrankenhaus Langendreer. Links sein Stellvertreter Michael Jost.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Zum 1. April ist das Knappschaftskrankenhaus Langendreer eine gGmbH geworden. Erster Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft ist Hans-Peter Jochum (52). Der ehemalige Verwaltungsdirektor Dieter Rustemeier ist in den Ruhestand gegangen.

Bochum. Zum 1. April hat sich das Knappschaftskrankenhaus Langendreer neu aufgestellt. Das Klinikum der Ruhr-Universität Bochum – 1300 Mitarbeiter, 485 Betten – wird nicht mehr als Eigenbetrieb der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) geführt, sondern als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Geschäftsführer der gGmbH ist Hans-Peter Jochum (52).

Von der neuen Struktur erhofft sich das Krankenhaus Vorteile im Wettbewerb. Ob es die Einstellung von Personal ist, der Kauf medizinischer Geräte oder Investitionen in die Infrastruktur – künftig fallen zukunftsweisende Entscheidungen direkt in Langendreer – und nicht mehr in Berlin. „Wir können damit definitiv schneller auf den Markt reagieren“, sagt Jochum, dessen Dienstbeginn „rein zufällig“ mit dem Datum zusammenfiel, da der langjährige Verwaltungsdirektor Dieter Rustemeier in den Ruhestand ging.

Geschäfte werden gleichwohl kontrolliert

Jochum betont zudem die Bedeutung der Gemeinnützigkeit: „Wir werden unsere Überschüsse direkt ins Haus investieren.“ Eine Gewinnmaximierung zu Gunsten privater Aktionäre werde die Arbeit des Hauses daher nicht beeinflussen, schiebt er einen Seitenhieb auf die Konkurrenz hinterher. Kontrolliert werden die Geschäfte gleichwohl – vom Aufsichtsrat, in dem der hundertprozentige Gesellschafter KBS ebenso wie der neue Betriebsrat u.a. vertreten sein wird.

Jochum kritisierte zu Dienstbeginn gegenüber der WAZ ähnlich wie zuvor Chefs anderer Kliniken in Bochum (wir berichteten) die Unterfinanzierung der Krankenhäuser – insbesondere die der Unikliniken. Das System spiegele nicht die „Supra-Maximalversorgung“ wider. Jochum: „Unser hohes Spezialistentum ist teuer.“ Der Auftrag zur Lehre und die erforderliche Ausbildung junger Ärzte sei nicht zum Nulltarif zu haben. „Zeit ist Geld.“

Ambulantes Tumorzentrum geplant

Trotz des rauen Windes am Markt sei das Knappschaftskrankenhaus gut aufgestellt, sagt Jochum. Die bauliche Infrastruktur, die vorhandenen medizinischen Abteilungen und ausgezeichnete Ärzte machten das Haus auch attraktiv für Patienten, die außerhalb Bochums zu Hause seien. „Mit den Professoren Schmiegel, Dick und Viebahn hat mein Vorgänger Rustemeier hier medizinische Leuchttürme etabliert.“

Festhalten will Jochum gemeinsam mit seinem Stellvertreter Michael Jost an den Zukunftsplänen des Hauses: So ist neben dem Umbau der Eingangshalle zu einer modernen medizinischen Patientenaufnahme bis 2015 auch der Bau eines ambulanten Tumorzentrums geplant.