Neue Raststätte an der A 40 ist gegen Grubengas gesichert

Nadja Juskowiak
Die Arbeiten laufen auf Hochtouren: Ein Bauarbeiter dafür, dass die Fahrbahn und Tankstelle eben abschließen.
Die Arbeiten laufen auf Hochtouren: Ein Bauarbeiter dafür, dass die Fahrbahn und Tankstelle eben abschließen.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Bald wird am Rand der A40 ein 16 Meter hoher Förderturm grüßen. Durch seine vier Pfosten kann der Autobahnfahrer dann die neue Tank- und Raststätte „Beverbach“ betreten, die der BP/Aral-Konzern seit Herbst 2013 an der Stadtgrenze zwischen Bochum und Dortmund für rund sechs Millionen Euro baut.

Bochum. Im September soll die Raststätte an der A 40 für den täglichen Betrieb eröffnet werden. Der Förderturm steht erst gegen Bauende, doch viel sei fertig, informierte der leitende Bauingenieur Jan-Paul Thomas bei einem Rundgang auf der Baustelle. „Der Hochbau ist hinterher das Eindrucksvollste, ganz viel Arbeit liegt aber in der Erde, vor allem wegen der Tanktechnik.“ An der neuen Tankstelle können künftig acht Pkw und vier Lkw gleichzeitig Kraftstoffe tanken. Dazu kommen Autogasstationen und eine Elektro-Aufladestation. Auf dem Tankdach fangen zehn Sonnenpaneele Energie ein, die für die Tank- und Raststätte genutzt werden soll. Obwohl Thomas guter Dinge ist, musste er beim Bau Hürden überwinden. Mögliches Grubengas im Erdreich erforderte besondere Schritte. „Mit diesem Thema hatte ich hier das erste Mal zu tun. Wir mussten das Gebäude aufwändig absichern.“ Gemeinsam mit dem Dortmunder Ingenieurbüro Düffel plante der Konzern die Sicherheitsmaßnahmen und prüfte das Gebäude auf Gasdichtheit. Löcher in Bodenplatten bekamen Manschetten und Punktfundamente sollen sicherstellen, dass eventuell austretendes Gas nicht in das Gebäude gelangt, sondern nach draußen entweichen kann.

Glaswände lassen viel Licht hinein

Neben der Tankstelle ist ein zweigeschossiges Gebäude emporgewachsen. Mit geschwungenen Formen, denen eine Holzkonstruktion zu Grunde liegt, fällt es positiv auf. „Eine Tankstelle ist normalerweise quadratisch, praktisch, gut – dieses Gebäude ist eine Einzelkreation“, sagte Thomas, der für die Instandhaltung von insgesamt 200 Tankstellen des Konzerns zuständig ist. Eine Reihe fehlender Wände ist wegen der Wetterkapriolen der letzten Wochen provisorisch mit Folie abgedeckt. „Der Sturm am Pfingstmontag hat uns weitgehend verschont, aber wir mussten das Gebäude fünfmal trockenlegen“, sagte Thomas. An die Stelle der Folie setzen die Handwerker bald Glaswände. Dann wird „Beverbach“ ein lichtdurchfluteter Raum. Den Restaurantbetrieb im Erdgeschoss übernimmt ein Frankfurter Unternehmen und bietet dort zum Beispiel Nudelgerichte und Bratwurst an.

Im vorderen Bereich richtet BP/Aral den Tankstellen-Service mit Shop und Bistro ein. Die Sanitäranlagen dürften für Lkw-Fahrer interessant werden, da diese geräumige Duschen für Frauen und Männer bieten. Das Sahnehäubchen befindet sich in der ersten Etage. Von der Galerie aus können Reisende den Förderturm auf einer Höhe von etwa vier Metern betreten und auf ein zweites Aussichtspodest in sieben Meter Höhe steigen. Den Blick in das Ruhrgebiet bezog Architekt Manfred Beier aus Bad Hersfeld bewusst in den Entwurf ein, wie er erläutert. „Das begrünte Dach, die geschwungene Form und der Förderturm darin greift die hügelige Landschaft in der Region auf.“