Neue Radwege im Angesicht leerer Stadtkassen

Das Projekt Radschnellweg wird vielerorts sehr positiv aufgenommen. Da aber geplant ist, dass sich die Kommunen an der Finanzierung beteiligen, äußert die CDU-Fraktion auch Bedenken und fordert Geld von Bund und Land für den Radschnellweg. CDU-Ratsmitglied Dirk Schmidt sagt: „Der Radschnellweg Ruhr ist zu teuer für Bochum.“ Grundsätzlich sei ein Radschnellweg durch die Metropole Ruhr und damit mitten durch Bochum eine gute Idee. „Allerdings sichert die grundsätzliche technische Machbarkeit noch nicht die Finanzierung. Die Stadt kann sich den Bau der Trasse nicht leisten. Die 17 km durch Bochum sollen rund 28 Millionen Euro kosten, also etwas mehr als anderthalb Millionen pro Kilometer. Das halte ich für unverantwortlich angesichts der leeren Stadtkasse. Und in den Nachbarstädten steht es um die Finanzen auch nicht besser. Es müsste jetzt zunächst geprüft werden, in welchem Umfang sich der Bund und insbesondere das Land sich an der Realisierung beteiligen. Die mittelfristige Finanzplanung der rot-grünen Landesregierung bis 2017 enthält aber gar keine Pläne für Radschnellwege.“

WAZ-Leser Karl-Martin Lucks begrüßt ebenfalls die Planung eines Radschnellwegs. Seiner Meinung nach stehe aber zu befürchten, dass ein derartiges Prestigeobjekt dazu führe, dass der Ausbau des ohnehin schlechten Fahrradnetzes in Bochum darunter leidet. „Sollte der Radweg aus einem entsprechend separaten Topf finanziert werden, der extra dafür vorgesehen ist, ist nichts gegen einen solchen Radweg einzuwenden.“

Es sei sicher in den vergangenen Jahren schon einiges zum Ausbau Radwegenetzes gemacht worden. Aus seiner Sicht fehlen aber insbesondere an den großen Ausfallstraßen durchgehende Radwege. „Der Radfahrer, der die Hattinger Straße von Hattingen nach Bochum und umgekehrt nimmt, hat ähnliche Probleme mit ständig endenden Radwegen. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn der Radweg als Parkplatz genutzt wird.“

 
 

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