Neue Anschlussstellen zur A 43 in Bochum im Gespräch

Straßen.NRW will die Unterführung des interkommunalen Gewerbegebiets Herne-Bochum zwischen Rensing- und Veimannstraße schließen. Die Stadt Bochum will sie aufrecht erhalten.
Straßen.NRW will die Unterführung des interkommunalen Gewerbegebiets Herne-Bochum zwischen Rensing- und Veimannstraße schließen. Die Stadt Bochum will sie aufrecht erhalten.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Sechsspuriger Ausbau der 43: Zwei Brücken sollen ersetzt und eine Unterführung erhalten werden. Bis 17. Mai können Einwendungen eingereicht werden.

Bochum.. Bis zum Baubeginn vergeht noch einige Zeit. Von 2020 an wird die A43 zwischen der Anschlussstelle Riemke und dem Autobahnkreuz Bochum sechsspurig ausgebaut. Aber in diesen Tagen werden die Weichen für wichtige Details und strittige Fragen gestellt. Noch bis zum 17. Mai können Einwendungen gegen den Ausbauplan erhoben werden.

Die Stadt bereitet ihre Stellungnahme im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens vor und meldet Änderungsbedarf an. Sie macht sich, sollte der Rat dem zustimmen, stark für den Neubau zweier bestehender Brücken, die der Landesbetrieb Straßenbau als Maßnahmenträger nicht ersetzen will (Grafik). Zudem fordert Bochum den Bau zweier zusätzlicher Anschlussstellen und will verhindern, dass eine Unterführung im Bereich des interkommunalen Gewerbegebiets Herne-Bochum geschlossen wird. Das würde die Chance zunichte machen, für eine bessere Anbindung des Gewerbegebiets an das Straßennetz und eine Entlastung der Kreuzung Herner Straße/Resingstraße zu sorgen.

Zwei zusätzliche Anschlussstellen

Gern sähe auch Uwe Kappel so eine Lösung für die ehemalige Eisenbahnunterführung zwischen der Rensingstraße (Bochum) und der Veimannstraße (Herne). „Aber ich habe ja nicht viel Hoffnung, dass das gelingt“, äußert der Geschäftsführer der Kappel Grundstücks- und Verwaltungsgesellschaft, deren Flächen unmittelbar an der betreffenden Unterführung liegen, Zweifel.

Die Stadt hat derweil mit dem Bebauungsplan Nr. 979 bereits dokumentiert, dass sie nach 2028 einen Straßenneubau zur Verbindung der beiden Gewerbeflächen anstrebt. Doch nicht nur das. Sie geht auch davon aus, dass eine zusätzliche Autobahn-Anschlussstelle zum Gewerbegebiet „in die Planung integriert, geprüft und wenn möglich realisiert wird“, wie es in einer Verwaltungsvorlage heißt.

Stadt hat gute Karten in der Hand

Die Chancen dafür sowie für eine weitere Anschlussstelle in Kornharpen stehen aber offenbar nicht gut. „Der Bund geht mit den Begehren zusätzlicher Anschlussstellen sehr restriktiv um“, hatte Christoph Neumann, Abteilungsleiter Planung bei Straßen.NRW, vor einiger Zeit bei einer Informationsveranstaltung zum A43-Ausbau im Amtshaus Gerthe gesagt.

Was den Wunsch nach zwei zusätzlichen Anschlussstellen an der A43 betrifft, so hat die Stadt zumindest in einem Fall womöglich gute Karten in der Hand. Für die Auf- und Abfahrt Kornharpen, die laut einer Prognose die Verkehrsbelastung der Kornharpener Straße auf 7300 Fahrzeuge täglich halbieren könnte, schlägt die Verwaltung nämlich zur Finanzierung eine öffentlich-private Partnerschaft vor.

Die Finanzierung

Genau diese Variante steht auch im Raum, um die frühere Zechenbahnbrücke Lothringen zu ersetzen. Im Plan ist sie derzeit nicht, da nach der Umwandlung in einen Radweg keine Vereinbarung zwischen der Stadt und Straßen.NRW getroffen wurde. Aber es gibt Interesse an einem Neubau gleich von drei Seiten: von der Stadt, dem RVR als Träger des Radwegs und den Stadtwerken, die auf der Brücke ihre Fernwärmeleitung entlang führen und dies nach Auskunft von Sprecher Kai Krischnak auch in Zukunft gerne tun wollen.

Dem Vernehmen nach gibt es Gespräche über eine gemeinsame Finanzierung des Bauwerks. Im Verwaltungsvorschlag der städtischen Stellungnahme heißt es: „Über die Kostenregelung und die eigentumsrechtlichen Regelungen ist eine Vereinbarung zu schließen.“ Gleiches gilt für die Fußgängerbrücke am Lütkendorpweg in Harpen, die über die A40 hinweg zum Ruhrpark führt.

Notwendiger Ausbau

Abgerissen werden muss sie, weil im Zuge des Ausbaus des Bochumer Kreuzes zwischen dem Anschluss Werne und dem Kreuz ein durchgängiger Manövrierstreifen und ein zusätzlicher Seitenstreifen errichtet werden soll und die bisherige Brücke damit nicht breit genug ist. Nicht im Plan ist ihr Neubau, da das Bauwerk der Stadt Bochum gehört und daher nicht Teil des Budgets in Höhe von 138 Millionen Euro für den dritten Abschnitt des A43-Ausbaus. Finanziert werden müsste ein Neubau, den die Verwaltung dem Rat empfiehlt, daher aus dem städtischen Haushalt.

Notwendig geworden ist der Ausbau der A43, weil deren momentane Belastung mit etwa 90.000 Fahrzeugen täglich „längst die Kapazitätsgrenze einer vierspurigen Autobahn überschritten hat“, so Straßen.NRW. Während der erste Bauabschnitt bereits im Oktober 2014 begonnen wurde und in diesem Jahr der Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Abschnitt (Rhein-Herne-Kanal bis Riemke) erwartet wird, liegt der vierte Abschnitt vom Kreuz Bochum bis nach Querenburg noch in weiter Ferne.

 
 

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