Nachdenken über die Kulturstadt Bochum

„Kultur(haupt)stadt Bochum – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ ist der Titel eines Diskussionsforums, zu dem die Freien Bürger Bochum am 11. Dezember ins Prinz-Regent-Theater einladen.

„Unsere Stadt steckt voller kultureller Wunder: Literaten, Theatermacher, Symphoniker, Pop- und Rockmusiker, Varieté- und Kleinkünstler sorgen dafür, dass sich Bochumer Bürger/innen sowie Bochums Gäste stets auf hohem Niveau vorzüglich vergnügen und unterhalten können“, heißt es in der Einladung. Es gebe viel Kunst und Kultur zu erleben, aber auch vieles an Veranstaltungen und Förderungen in Einklang zu bringen. „Über die Ansätze und Absichten der unterschiedlichen Kulturmacher wollen wir engagiert diskutieren“, so Fraktionschef Jens Lücking.

Als Gäste sind Kulturdezernent Michael Townsend, die Leiterin des Prinz Regent Theaters, Sibylle Broll-Pape, Mario Schiefelbein (Geschäftsführer Bochum Marketing), Heri Reipöler und Oliver Ihrens (Organisatoren des Zeltfestivals) sowie Miriam Koschowski (Bewohnerin der UniverCity-WG), eingeladen.

Noch bevor sie begonnen hat, ist die Veranstaltung schon kritisiert worden, nachdem dem Kunstverein aufgefallen war, dass die Bildende Kunst in der Aufzählung der Freien Bürger zum Bochumer Kulturangebot gar nicht vorkommt. Der Hinweis hat den Künstler Matthias Schamp zu einer scharfen öffentlichen Polemik veranlasst. Darin heißt es: „Ich finde es gar nicht bedauerlich, dass die Bildende Kunst in der Aufzählung vergessen wurde. Wir sollten froh darum sein! Man muss die zentrale Aussage – „Bochumer Bürger/innen sowie Bochums Gäste stets auf hohem Niveau vorzüglich vergnügen und unterhalten“ - doch nur lesen, um zu erkennen, was für ein Kulturbegriff hinter dieser Veranstaltung der Freien Bürger steckt. Der ist erschreckend.“ Und weiter: „Wir sind keine Affen, die für ein Zuckerstück Mätzchen aufführen, damit sich irgendwer vorzüglich vergnügt und unterhält – bzw. eine Kultur, die darin ihren Sinn sieht, ist der Rede nicht wert.“