Bochum

Nach schrecklicher Vergewaltigung in Bochum: Deshalb ist die Polizei so vorsichtig bei der Berichterstattung über Sexualdelikte

Auf dem Blumenfriedhof wurde eine Frau vergewaltigt.
Auf dem Blumenfriedhof wurde eine Frau vergewaltigt.
Foto: Jürgen Theobald/Funke Foto Services

Bochum. Dieser Fall schlug am Mittwoch hohe Wellen: Eine 33-jährige Frau wurde bereits Mitte Februar auf einem Friedhof vergewaltigt. Der Verdächtige - ein rückfälliger Sexualstraftäter aus dem KURS-Programm (Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern des Landes Nordrhein-Westfalen). Er hatte die Frau laut Polizei frühmorgens angesprochen, sie begleitet. Dann schlug er sie auf dem Friedhof mit einem Stein, entkleidete sie und vergewaltigte die bewusstlose Frau.

-------------------------------------

• Mehr Themen:

Nach Vergewaltigung auf Bochumer Friedhof: Polizei gibt grausame Details zur Tat bekannt

Schreckliche Tat in Bochum: Frau (33) auf Friedhof mehrfach vergewaltigt

• Top-News des Tages:

Halbfinale beim Bachelor: Essenerin hat Daniel Völz ganz schön den Kopf verdreht - und es wird heiß geknutscht

Streit in Essen eskaliert: Eine Frau tot, eine weitere lebensgefährlich verletzt

-------------------------------------

Die Tat kam erst durch einen - an die Medien durchgesteckten - Bericht an die Öffentlichkeit. Doch warum waren Bochumer Polizei und Staatsanwaltschaft so zurückhaltend mit der Berichterstattung?

Bewusst gegen Veröffentlichung entschieden

„Wir haben uns aus Gründen des Opferschutzes bewusst gegen eine Veröffentlichung entschieden“, erklärte Oberstaatsanwalt Paul Jansen auf DER WESTEN-Nachfrage. „In diesem Fall wussten wir schon kurz nach der Tat wer der Täter ist. Demnach war keine Öffentlichkeitsfahndung notwendig.“

Anders verhielt sich dies beispielsweise im Fall des sogenannten Uni-Vergewaltigers, bei dem die Öffentlichkeit gewarnt werden musste.

Jeder Fall eine Gratwanderung

Auch in Zukunft wollen Polizei und Staatsanwaltschaft in Bochum so verfahren. Jedoch mit Einschränkungen. So sei „jeder Fall eine Gratwanderung“, wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt. Dies erklärt Pressesprecher Marco Bischof auch noch einmal im Gespräch mit DER WESTEN. So werde bei jedem Fall aufs Neue abgewogen. Sachverhalte geprüft und der Opferschutz weiterhin an erster Stelle stehen.

„Dennoch war es aus heutiger Sicht ein Fehler, die Festnahme des Bochumers, eine Person aus dem "KURS Konzept", nicht den Medien mitzuteilen. Wir wissen, dass Sexualstraftaten die Bevölkerung zutiefst beunruhigen. Darum sind wir besonders froh, dass der Tatverdächtige in Untersuchungshaft ist“, so die Polizei weiter.

Zukünftig will man aber in ähnlichen Fällen offensiv berichten.

 
 

EURE FAVORITEN