Nach Ostern rollen im Opel-Werk die Bagger an

Andreas Rorowski
Im Sommer 2015 konnte Prof. Dr. Rolf Heyer Besucher durch die komplett ausgeräumten Opel-Werkshallen führen. In gut einem Jahr wird die Hälfte aller Hallen bereits abgerissen sein.
Im Sommer 2015 konnte Prof. Dr. Rolf Heyer Besucher durch die komplett ausgeräumten Opel-Werkshallen führen. In gut einem Jahr wird die Hälfte aller Hallen bereits abgerissen sein.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Die Beschwerde gegen Vergabe der Abrissarbeiten am Opel-Werk I ist zurückgenommen. Eine Bietergemeinschaft soll bald mit den Arbeiten beginnen.

Bochum. Gut ein halbes Jahr später als geplant kann der Abriss des ehemaligen Opel-Werks I in Laer beginnen. Einen Tag vor dem Vergabenachprüfungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat ein unterlegener Bieter gestern seine Beschwerde zurückgezogen.

Bereits am 24. Februar hatte der 7. Senat des OLG die Vergabesperre für das Baulos 1.2 (Gebäudeschadstoffe und Abriss) aufgehoben. Daraufhin hatte die Entwicklungsgesellschaft Bochum Perspektive 2022 unbeschadet der damals noch ausstehenden Verhandlung den Sieger der Ausschreibung beauftragt, die Altlastensanierung und den Abriss in Angriff zu nehmen. Mit ihm wurden bereits erste Gespräche geführt, „um einen neuen Bauzeitenplan für die Sanierung des Geländes zu erstellen“, heißt es bei der Bochum Perspektive. Sie hatte mit zwei Anträgen versucht, das Verfahren zu beschleunigen; unter anderem durch eine Vorabprüfung. Diesem Weg war das Gericht gefolgt.

Mehrere Hallen sollen abgerissen werden

Bei dem Auftrag geht es unter anderem um den Abriss mehrer Hallen mit 3,7 Millionen Kubikmeter umbautem Raum, um den Aushub von 600.000 Kubikmeter Erde oder die Beseitigung von Schadstoffen. Da etwa die mit Asbest-belastetem Kitt verfüllten Fugen von Tausenden Fenstern separat entfernt werden müssen, wird es nach Auskunft eines Sprechers der Bochum Perspektive noch einige Zeit dauern, bis sichtbare Zeichen des Abbruchs von außen zu sehen sein werden. Ein Großteil des Abbruchmaterials werde nicht wegtransportiert, sondern werde zur Verfüllung benötigt. Den Auftrag erhalten hat eine Bietergemeinschaft aus sechs Abbruchunternehmen.

Nach Information der WAZ beläuft sich das Volumen des Auftrags auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Entwicklung des 70 Hektar großen Areals, das seit kurzem unter dem Begriff „Mark 51°7“ firmiert, wird mit Kosten von etwa 120 Millionen Euro taxiert.

„Trotz der Verzögerungen durch das Verfahren halten wir an dem Plan fest, die Fläche im Sommer 2017 wie vereinbart zu übergeben“, sagt Enno Fuchs, Geschäftsführer der Bochum Perspektive 2022. In Absprache mit dem Logistikdienstleister DHL, der vor einigen Wochen einen Ansiedlungsvertrag auf Mark 51°7 unterschrieben hat, sollen die Arbeiten in Laer so schnell wie möglich beginnen und so zügig wie möglich durchgeführt werden. Die ursprüngliche Planung hatte Arbeiten von August 2015 bis September 2016 vorgesehen. Nun dürfte bei einem anvisierten Beginn im April das etwa 26 Hektar große Gelände des ersten Bauabschnitts im Mai 2017 fertiggestellt sein. DHL möchte 2019 den Betrieb seines Mega-Paketzentrums aufnehmen.