Mutmaßlicher Kopf der El-Kaida-Zelle studierte Maschinenbau in Bochum

Der vermutliche Kopf der jetzt aufgeflogenen El-Kaida-Terror-Zelle soll in Bochum Maschinenbau studiert haben. Ein weiteres Mitglied stand kurz vor dem Abitur - der Gymnasiast soll für die Kommunikation der Gruppe zuständig gewesen sein.

Bochum. Direkt nach Bochum führt die blutige Spur des internationalen Terrorismus – und das zum zweiten Mal nach dem 11. September 2001. Der 29-jährige mutmaßliche Haupttäter, der ehemalige Bochumer Maschinenbaustudent Abdeladim El-K., empfing den Auftrag, in Deutschland einen Splitterbombenanschlag zu verüben, direkt von einer hochrangigen El-Kaida-Führungsperson. Dessen sind sich jedenfalls die Ermittler des Bundeskriminalamtes sicher.

Obwohl mit 19 Jahren kaum dem Jungenalter entwachsen, spielt der ebenfalls in Untersuchungshaft genommene Bochumer Schüler Amid, oder Ahmad C., ebenfalls eine wichtige Rolle in dem Trio, zu dem noch der 31-jährige Jamil S. mit deutschem und marokkanischen Pass gehört.

Für die Kommunikation verantwortlich

Am Freitag gegen 6.30 Uhr griffen über 100 Beamte des BKA, der GSG 9 und der Landespolizei zeitgleich in Düsseldorf und Bochum zu. Der in Bochum offenbar ohne Widerstand festgenommene junge Gymnasiast soll kurz vor dem Abitur gestanden haben.

Bei der Pressekonferenz am Samstag beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe beschrieb der Chef des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke ihn als denjenigen in dem Trio, der für die Kommunikation untereinander zuständig gewesen sei. „Amid C. war vor allem dafür verantwortlich, die von der El-Kaida-Führung geforderte verschlüsselte und konspirative Kommunikation zwischen den Beschuldigen sicherzustellen“, heißt es wörtlich in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft.

Ausbildung im Terrorcamp

Der als Kopf und Anführer dieser so genannten Düsseldorfer Zelle geltende 29-jährige ehemalige Bochumer Student soll nach Erkenntnissen der Ermittler Anfang 2010 in einem Terrorcamp an der afghanisch-pakistanischen Grenze in Pakistan ausgebildet worden sein. Bis dahin sei er für die deutschen Behörden ein unbeschriebenes Blatt gewesen. Insgesamt geht das BKA davon aus, dass dem jetzt aufgeflogenen Netzwerk noch weitere Mitglieder, mindestens sieben bis acht Personen, angehört haben.

Vor zehn Jahren stand Bochum schon einmal im Visier der Terror-Fahnder. Der Libanese Ziad Jarrah (26) war einer der Attentäter des 11. September. Er saß als Pilot am Steuer der Pennsylvania-Maschine. Vor dem Anschlag hatte er mit seiner Freundin in einem Appartement an der Stiepeler Straße gewohnt. Damals reagierten Nachbarn geschockt.

 
 

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