Museumsbesucher greifen selbst zum Pinsel

Die  Künstlerin Gabriele Schmitz-Reum
Die Künstlerin Gabriele Schmitz-Reum
Foto: WAZ
Es ist eine unmittelbare Erfahrung, die die Besucher bei der Performance von Gabriele Schmitz-Reum machen. Im Rahmen der Ausstellung „Spielraum“, die der Bochumer Künstlerbund noch bis zum 27. April im Kunstmuseum zeigt, lud die Künstlerin zum Neugestalten ihres eigenen Bildes ein. I

Bochum..  Ein Film wird im Kunstmuseum auf eine schwarze Leinwand projiziert. Besucher übermalen diese. „Machen Sie das Unsichtbare sichtbar!“, fordert die Malerin etwa 20 Besucher vor der Leinwand auf. Jede Woche hat sie das bisher getan, an diesem Mittwoch ist es im Rahmen der Ausstellung das letzte Mal.

Die Künstlerin reicht den Museumsbesuchern Kittel und weiße Farbe. Eine Plane für die Kleckse liegt auf dem Boden. Der Projektor wirft Bilder eines Malprozesses auf die Leinwand. Sie sind auch in Gabriele Schmitz-Reums Video „Werden und Vergehen“ zu sehen, das in der Ausstellung gezeigt wird: Eine Künstlerhand malt darin Figürliches: Hände, einen Kopf, Teile eines Gesichtes sind zu sehen aber alles nur schemenhaft. Die Zuschauer hören im Film das Geräusch des Pinsels, und wie die Borsten über die Leinwand streichen - mal fester, mal weicher. „Wo ist die Hand, die malt? Sehen Sie sie?“, fragt die Künstlerin.

Unterschiedliche Sichtweisen ausprobieren

Die Museumsbesucher, die plötzlich selbst zu Malern werden, folgen mit dem Pinsel der Hand aus dem Film. Es ist ein sinnlicher Vorgang. Das Weiß auf der Leinwand und das des Kittels bringen die Farben aus dem Film zur Geltung. Wenn Besucher ein Bild betrachten würden, verstünde es „jeder anders“, so die Dortmunder Künstlerin, die auch als Pädagogin tätig ist. Dabei sei sie auf die Idee gekommen, die unterschiedlichen Sichtweisen nicht nur im Kopf, sondern direkt auf einer Leinwand entstehen zu lassen.

 
 

EURE FAVORITEN